Druckschrift 
2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1914) Die heterocyclischen Verbindungen
Entstehung
Seite
623
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Nitron.

623

aus Triphenyl-aminoguanidin nach Gleichung A (S. 622) durch Ameisen-säure oder nach T, U (S. 600) durch Formaldehyd leicht gewonnenwerden kann. Es krystallisiert aus Alkohol in lebhaft glänzenden, gelbenBlättchen oder Tafeln, schmilzt bei 189° unter Dunkelfärbung undschwachem Blasenwerfen und ist in Wasser unlöslich, auch in kaltemAlkohol schwer, in Chloroform aber leicht löslich. Von seinen Salzenist das Acetat sehr leicht in Wasser löslich, dagegen das NitratC, 0 H 16 N 4 ,HNO 3 außerordentlich schwer. Letzteres fällt daher aus eineressigsauren Lösung der Base durch Salpetersäure oder Nitrate als volu-minöser Niederschlag aus; aus heißer, nicht zu konzentrierter Lösungschießt es in glänzenden Nadeln an, die über 260° schmelzen. SeineLöslichkeit ist so gering, daß sich seine Bildung zum äußerst empfind-lichen Nachweis der Salpetersäure durch Fällung und zu ihrer gravi-metrischen Bestimmung mit Vorteil benutzen läßt 1 . Mit Rücksicht aufdiese Verwendung in der analytischen Praxis hat das Diphenyl-endo-anilo-triazolin den kurzen NamenNitron" erhalten, unter dem eskäuflich ist.

Dreiundzwanzigstes Kapitel.Furodiazol-Körper.

(Cyclische Diazoanhydride. Furazane und Furoxane. Azoxime.

Oxdiazole).

In diesem Kapitel werden die vier S. 560 abgeleiteten Ring-systeme behandelt, in denen ein Sauerstoffatom zugleich mit zweiStickstoffatomen als Hetero-Element sich findet. Jedes dieserRingsysteme ist in Form von Abkömmlingen bekannt, während dieStammkörper der auf diese Systeme sich aufbauenden Verbindungs-gruppen bisher noch nicht gewonnen worden sind.

I. Fnro-[a b]-diazole 2 oder cyclische Diazoanhydride (Diazooxyde).

Die Atomgruppierung des Furo-[ab]-diazols (Vinylen-

diazooxyd):

(4) HC----- N (3)

(5)HC-0-N(2)

(i)

1 Vgl.: Büsoh, B. 38, 861 (1905). Busch, Mehrtens, B. 38, 4055 Anm. (1905). Gdtbier, Z. Ang. 18, 494 (1905). Litzendorff, Z. Aug. 20, 2209 (1907).Fkanzen, Löhmann, J. pr. [2] 79, 330 (1909).

Verwendung zur quantitativen Bestimmung der Pikrinsäure: Busch, Blume,Z. Ang. 21, 354 (1908).

Verwendung zur Abscheidung von Wolframsäure: Gotbier, Weise, Fr. 53,426 (1914).

2 Zur Bezeichnung s. S. 560, ebenda auch Anm.