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Thiazoline.
Das TMazolin 1 selbst [Thiazol-dihydrid-(4.5)] wurde nachEeaktion b aus /S-Bromäthylamin und Thioformamid bereitet. Es istein farbloses Ol, dessen Geruch an Pyridin und Thiophen erinnert,siedet bei 138—139° (korr.) und reagiert auf Curcuma alkalisch.
2-Methyl-thiazolin 2 siedet unter 769 mm Druck bei 144-5—145° und ist mitWasser mischbar. Beim Kochen mit Salzsäure wird es allmählich in (S-Amino-äthyl-mercaptan und Essigsäure gespalten:
CH 2 • Sv
C-CH. + 2H 2 0 + HC1 =
CH 2 -SHCH 2 -NH 2 ,HC1
+
HO.
0^
C-CH 3 ; (H)
von Bromwasser wird es in saurer Lösung unter Ringöfihung zu Taurin (Bd. I,TL II, S. 281) oxydiert:
6h.'> ch - + 2B ' 0 + ' 0 = ™" S -" H + '
CH 2 .NH 2
0^
C-CH,
(I)
(ü-Amino-Derivate der Thiazole entstehen glatt durch Konden-sation von Thioharnstoff, welcher hierbei nach der Pseudo-thioharnstoff-Formel (vgl. Bd. I, Tl. II, S. 1441) reagiert, mit a-halogenierten Ketonenbzw. Aldehyden 3 . Statt der «-halogenierten Aldehyde kann man Ver-bindungen anwenden, die ihnen nahestehen und durch Abspaltungs-vorgänge in sie übergehen; so erhält man das einfachste Amino-thiazolunter Anwendung von 1.2-Dichlor-äther in Gegenwart von Wasser (vgl.Bd. I, Tl. II, S. 207, 866):
CH 2 -C1 / CH 2 -C1
aus •CHO V CHCl-0-C 2 H
HS^ CH•S
+ >C-NH 2 = H 2 0 + ••WST CH
N ~>C.NH„H01. (K)
Für die jit-Amino-thiazole kommt auch die Auffassung als jt-Imino-thiazoline (Imide von jz-Oxo-thiazolinen) in Betracht, z. B.:
CH-S\Ia) ■• >C-NH,
' CH,-C.N=^
und
Ib)
CH-S-
CH.-C-NH^
C:NH.
Entsprechend der desmotropen Formel Ib (Imino-thiazolin-Formel) re-agieren sie bei der Alkylierung; denn das durch Einwirkung von Methyl-jodid auf 4-Methyl-2-amino-thiazol entstehende Dimethyl-Derivat istidentisch mit dem Produkt, welches aus symm. Dimethyl-thiocarbamid(Bd. I, Tl. II, S. 1444) durch Kondensation mit Chloraceton entsteht:
CH 3 -CO
HK+ >C:N-CH 3 = H 2 0 +NH^CH S CH a
CH-S N
11 > C:N -•C-N^-CH 3
CH S ,HC1. (L)
1 WlLLSTÄTTEB, WlKTH, B. 42, 1909, 1919 (1909).
2 Gabkiel, B. 24, 1117 (1891). — Pinkus, B. 26, 1083 (1893).v. Hirsch, B. 29, 2610 (1896).
3 Tbauhann, A. 249, 31 (1888).
Gabkiel,