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N-Derivate des Pyrazols.
Mit ammoniakalischer Silberlösung gibt das Pyrazol einen weißen
/CH:CH
Niederschlag des Pyrazol-Silbers Ag-N<
das auch in kochen-
-N:CH'dem Wasser schwer löslich und sehr beständig ist.
Durch Erhitzen dieses Silberderivats mit der äquivalenten MengeMethyljodid in Äther auf 120° erhält man das JV-Methyl-pyrazol x
CH 3 -N
/
CH:CH
• , dessen Jodmethylat (vgl. Formel II auf S. 357) direkt
aus Pyrazol beim Erhitzen mit Methyljodid (2 Mol.) in Äther auf 120°gewonnen wird und aus Alkohol in farblosen Prismen vom Schmelzp. 190°krystallisiert. Bei der Destillation zerfällt das Jodmethylat in Methyl-jodid und JV-Methyl-pyrazol. Letzteres ist ein farbloses Ol von starkempyridinähnlichem Geruch und siedet bei 127°; seine wäßrige Lösungreagiert neutral.
JV-Pheiiyl-pyrazol 2 ist auf verschiedenen Wegen gewonnen worden, z. B. durchKochen von Epichlorhydrin (Bd. I, Tl. II, S. 199) mit Phenylhydrazin in Benzol(vgl. S. 360 die ähnliche Pyrazol-Bildung). Es ist bei gewöhnlicher Temperaturflüssig, erstarrt in der Kälte zu nadeiförmigen Krystallen, schmilzt bei 12°, siedetbei 246-5 0 unter 765 mm Druck und zeigt DJ 6 = 1-114. In kaltem Wasser ist esfast unlöslich; in rauchender Salzsäure löst es sich, wird aber durch Wasser darausgefällt. Reduktion mit Natrium in Alkohol s. S. 357. Mit Alkyljodiden (1 Mol.)vereinigt es sich zu Jodalkylaten. Das Jodmethylat krystallisiert in glänzendenPlatten, schmilzt unter Zersetzung bei 178—179° und ist auch in kaltem Wasserleicht löslich; unter den Umwandlungsprodukten, die bei mehrstündigem Erhitzenauf 240° entstehen, findet sich l-Phenyl-4-methyl-pyrazol.
Durch Einwirkung von Säurechloriden auf die absolut-ätherischeLösung des Pyrazols entstehen die JV-Acyl-Derivate 3 . Das 1-Acetyl-pyrazol siedet bei 155—156° (korr.), das 1-Benzoyl-pyrazol bei281° (korr.) unter ca. 745 mm Druck.
Homologe des Pyrazols.
Mehrere Homologe des Pyrazols und JV-Phenyl-Derivate von solchensind durch Variierung der schon S. 355—356 und S. 360—361 be-sprochenen Bildungsprozesse gewonnen worden. Für die Darstellung der.N-Aryl-Derivate kommt auch die Entfernung des Sauerstoffs aus denentsprechenden 5-Pyrazolonen (vgl. S. 381 ff.) in Betracht, z. B.:
H 2 C-----C-CH 3 __________ HC------C-CH 3
OC-N-N HC-N-N_____________ CßHs C 6 H 5
1 Buchner, B. 22, 2166 (1889). — Büchner, Peitsch, A. 273, 261 (1893). —Knorr, B. 28, 715 (1895). — Dedichen, B. 39, 1845 (1906).
2 Balbiano, G. 17, 176 (1887); 18, 356 (1S88); 19, 128 (1889). — Knoer, Laub-mann, B. 22, 180 (1889). — Gerhard, B. 24, 353 (1891). — Alvisi, G. 22, I, 158(1892). — Balbiano, Marohetti, G. 23, I, 486 (1893). — Claisen, A. 295, 320 (1897).B. 36, 3666 (1903). — Padoa, E. A. L. [5] 12, I, 396 (1903).
3 Knorr, B. 28, 716 (1895).