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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1914) Die heterocyclischen Verbindungen
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Diphenylen-sulfid, Dinaphthylen-thiophen.

bildet sich beim Durchleiten von Diphenyl-sulfid (C 6 H 6 ) 2 S durch eine rotglühendeRöhre, scheint im Steinkohlenteer vorzukommen, krystallisiert aus Alkohol in farb-losen Nadeln, schmilzt bei 97° und siedet bei 332—333° (korr.), während der korre-spondierende „reine" Benzolkörper — das Phenanthren — bei 340° siedet. Es bleibtbeim Erhitzen mit Jodwasserstoffsäure und Phosphor auf 250—280° unverändert.Von Chromsäure-Gemisch wird es zu Diphenylen-sulfon C 6 H 4 v ^- C 6 H 4

SO,?C„H,.NH,

(Schmelzp. 230°) oxydiert, dessen Diamino-Derivat 1 H 2 N-C 9 H 3

SO,

(Benzidin-sulfon) durch Erwärmen von schwefelsaurem Benzidin mit schwachrauchender Schwefelsäure erhalten wird.

Beim Erhitzen von Acenaphthen mit Schwefel entsteht neben Trinaphthylen-benzol das Di-j»m'-naphthylen-thioplien 2 :

/ \_C-

W i

/ \-c

-o

U v

das aus siedendem Anilin oder Nitrobenzol in prächtig roten Nadeln krystallisiert.Es schmilzt bei 278°, löst sich in kalter konz. Schwefelsäure mit violetter Farbe,liefert ein carminrotes Pikrat C. 24 H 12 S + 2C 6 H 3 0 7 N 3 und wird von Chromsäure-Gemisch zu Naphthalsäure Ci 0 H 6 (CO 2 H) 2 oxydiert.

Für eine rote Verbindung 3 Ci„H 6 S 2 , welche in sehr kleiner Menge beim Durch-leiten von Naphthalin mit Schwefel durch eine rotglühende Bohre entsteht, bei118-5° schmilzt, gegen 345° siedet und in schwefelsaurer Lösung mit Isatin sowiemit Phenanthrenchinon Farbenreaktionen zeigt, werden die folgenden Formeln:

C

ii

r.CH

Ich

und

HC.t

x,CH

Hol

1ä

L

s"

Ich

Benzo

d

th

iophen

s s

Benzo-thiophthenin Betracht gezogen.

Kondensierte Systeme aus mehreren Thiophen-Kernen.

Während das Thionaphthen (S. 134) ein „gemischtes" Naphthalin derThiophenreihe ist, darf die Verbindung der Formel I (s. u.) als „reines''

i)

HCryHol

-c-

II

r,CH

Ich

ii)

s

C0 2 H C0 2 H

-CCO,H

Thiophen-Naphthalin bezeichnet werden. Sie ist Thiophthen 4 genanntworden; man erhielt sie zuerst in geringer Menge aus Tricarbonsäuren,

1 Griess, Düisberg, B. 22, 2467 (1889).

2 Behländek, B. 36, 1583 (1903). — Dziewonski, B. 36, 965, 3768 (1903). Bl.[3] 31, 925 (1904).

3 Lamry, C. r. 152, 92 (1911).

4 Biedermann, Jacobson, B. 19, 2444 (1886). — Hanna, Smith, Am. Soc. 21,381 (1899). — Oster, B. 37, 3350 (1904). — Capelle, Bl. [4] 3, 150, 154 (1908).