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Landmann dieses Unkraut ist. In Mecklenburg nennt man es auch spöttiseh Sandklewer(= Sandklee). Aufdas Slavische (russ. pirei', poln. perz, böhm. payf = Agriopyrum repens) dürften wohl zurückzuführen sein:Peien (Hannover), Baia, Bair, Bajer, Bayer (Niederösterreich), Feier, Peierich (Steiermark), Baier,Paier (Kärnten). Die Herkunft der Namen Peed (Westpreussen), Päd de (Mark, Niederlausitz). Pedenzel(Göttingen) ist unsicher. Gehören die Bezeichnungen Wul (Göttingen), Wullband( Mecklenburg) zu ,,wuelen"= wuchern? Im Böhmerwald heisst die Art auch Flaergras, Flo'gras. Fluagras, was als „Florgras" (?)gedeutet wird.
Im Wallis heisst die Quecke Gramme(n) [vgl. Waadtl. gramon, ital. gramigna, von lat. gramen =Gras]; der Wälschtiroler nennt sie agram ustel [ebenfalls von lat. gramen mit einem vorgeschlagenen a].
Die Wurzelstöcke der Quecke waren früher in Deutschland, heute noch in Oesterreich und in derSchweiz als Rhizoma (vel radix: pharm. Austr.) graminis mit der deutschen Bezeichnung Hundrücken,Kriechwaizen, Spulwurz, Wreeten, Zyperwurzel, S ehnengras offizineil. Sie dienen als Aperitivumund als reizmilderndes Mittel bei Erkrankungen der Harnwege, sowie als Blutreinigungsmittel und alsDiaphoreticum. Als Volksmittel werden sie z. B. im Riesengebirge als gelind auflösendes Mittel bei Ver-schleimungen, bei Teplitz als Tee gegen Husten u. dergl. gebraucht. Hier gilt auch der Absud als gut fürdie Haare. Aus den Queckenwurzeln kann auch ein Sirup und selbst Alkohol gewonnen werden. Im Eger-land (Böhmen) sammeln arme Leute die Rhizome, rösten sie und gebrauchen sie als Kaffeesurrogat. Eineigentümliches Mittel kennt man in Ostpreussen gegen Bettnässen: Man sucht eine Kartoffel,, durch welcheeine Quecke gewachsen ist (man findet diese Merkwürdigkeit ab und zu bei der Kartoffelernte), kocht sie undgibt sie dem „Bettnässe a -Kranken zu essen. ■— Die Wurzelstöcke werden im Frühjahr vor der Entwicklungder Halme gegraben; sie sind sehr lang, stielrund, strohgelb und bilden lange, innen hohle Glieder. Die süsslichschmeckende Droge enthält Zucker, Schleim und eine gummiartige Substanz (Triticin). In Oesterreich mussdie Graswurzel mindestens 30- bis 35°/o an wässerigem Extrakt ergeben und darf nicht mehr als 3°/o einergrauen Asche liefern. Die saftigen Rhizome und Ausläufer bilden ein nahrhaftes Viehfutter (sie enthalten3°/o Fruchtzucker und 6 bis 8°/o Triticin, ein gummiartiges Kohlehydrat). Für schlechte Weideplätze ist dieQuecke (namentlich jung) ein brauchbares Futtergras. An Flussufern hilft sie den Sand befestigen.
Ausdauernd, 20 bis 150 cm hoch. Grundachse meist unterirdisch weit kriechend,Ausläufer treibend. Stengel aufrecht, glatt, meist kahl. Blattscheiden glatt, gewöhnlichkahl, an den freien Rändern immer ungewimpert, jung stets behaart. Blattspreitenlebhaft grün oder blaugrün (bereift), meist nicht über 5 (15) mm breit, flach, von kurzenHaaren rauh. Blattnerven im durchfallenden Lichte als feine, weisse Linien er-scheinend, die zwischen breiten, grünen Streifen liegen. Aehre meist kurz, ± 10 cmlang, selten länger, aufrecht, meist dicht. Aehrchen meist ,3- bis 5- (oder noch mehr-)blutig, selten 2-blütig, während der Blüte fast rhombisch, 0,8 bis 1,7 cm lang, blass-grün, zuweilen rötlich-violett überlaufen. Hüllspelzen meist 5- (7- bis 9-) nervig, 6 bis11 mm lang, scharf zugespitzt, allmählich in eine bis 3 oder 4 mm lange, grannenartigeSpitze verschmälert (Taf. 40, Fig. 2a) oder spitz. Aehrchenachse kahl. Deckspelzen8 bis 11 mm lang, zugespitzt oder begrannt, 5-nervig. Staubbeutel 5 bis 6 mm lang. Früchte6 bis 7 mm lang, vorn flach, von einer Furche durchzogen, am Scheitel behaart. Aehr-chen mit samt den Hüllspelzen meist als Ganzes abfallend. — VI, VII, vereinzelt bis X.
Häufig in Hecken, an Wegrändern, auf Aeckern und Gartenland, auf Schutt,wüsten Plätzen (oft ein sehr gemeines und lästiges Unkraut), überall von der Ebene bis indie Alpen, bis 2130 m (Findelen im Wallis).
Allgemeine Verbreitung: Europa, Sibirien, Nordafrika, Nordamerika.
Unterscheidet sich von der vorigen Art vor allem durch die kriechende Grundachse. Aendert starkab: var. vulgäre (Doli) Volkart. Pflanze grasgrün. Grundachse weit kriechend, sehr derb. Blätter flach.Deckspelzen stumpf oder nur stachelspitzig. — Sehr häufig auf Aeckern und an Wegen.
var. aristätum (Doli) Volkart. Pflanze grasgrün. Deckspelzen in eine schwache Spitze ver-schmälert oder deutlich begrannt. Spreiten massig breit. Hüllspelzen 5-nervig. Aehrchenachse + rauh,seltener dicht kurzhaarig (var. pubescens Doli). Bei der subvar. Vaill antiänum Schreb. ist die Granneverlängert, '/ 2 bis % so lang als die Deckspelze. — Nicht selten an Zäunen, in Gebüschen.
var. mäius Pari. Pflanze grasgrün, sehr gross. Stengel starr aufrecht. Spreite sehr breit (bis 1,5 cm),stark rauh. Aehre mit zahlreichen Aehrchen, das unterste oft entfernt. Hüllspelzen 7- bis 9-nervig. — SandigeFlussufer, in Gebüschen, aber nicht überall.