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Tafel 36.
Erklärung der Figuren.
Fig. 1. Festuca ovina. Habitus.„ 1 a. Aehrchen.„ 2. Festuca rubra. Habitus.„ 2a. Aehrchen.
Fig. 3. Festuca pratensis. Habitus.„ 3 a. Aehrchen.„ 4. Scleropoa rigida. Habitus.„ 4 a. Aehrchen.
Diese Urgebirgspflanze bildet stets eine dürftige, den Boden nur in einzelnen Horsten bedeckendeVegetation. In ihrer Gesellschaft finden sich nicht selten Luzula spadicea, Polygonum viviparum, Oxyriadigyna, Salix herbacea etc. Kalk meidet sie im allgemeinen und tritt höchstens dann auf kalkhaltigen Bödenauf, wenn die kalkliebende Poa minor (nr. 284) fehlt.
284. Poa minor Gaud. (= P. supina Panzer). Kleines Rispengras. Fig. 128.
Ausdauernd, 5 bis 30 cm hoch, kleine Horste bildend, ähnlich nr. 283, aber in allenTeilen zarter und feiner. Stengel sehr dünn, knickig aufsteigend. Stengelknoten frei, vonden Blattscheiden nicht bedeckt. Blätter schmal, 1 bis 1,5 mm breit, in der Regel borstlichzusammengefaltet, in eine starre, meist plötzlich zuletzt etwas hakigumgebogene Spitze verschmälert. Blatthäutchen vorgezogen (Fig. 128 c).Rispe kurz, kaum über 4 cm lang, locker, meist nicht über 15 Aehrchentragend. Rispenäste haardünn (die Aehrchen daher zitternd), einzeln,selten mit einem grundständigen Zweige, der Spindel stets anliegend.Aehrchen bis 4 bis 5 mm lang (Fig. 128 b), breit-eiförmig, meist 4-bis 6-blütig, in der Regel dunkelviolett überlaufen. Deckspelzen 37a mmlang, lanzettlich, am Rücken meist nicht viel bis über die Mitte kraus be-haart. Blüten durch die Zotten der Deckspelzen zusammenhängend.Frucht spindelförmig, 1,8 mm lang. Selten auch vivipar. — VII, VIII.
Ziemlich häufig auf Schuttfeldern, an steinigen Stellen, inFelsritzen, im Kalk- und Dolomitgeröll, auf Rutschstellen, Alpenweiden,Matten der Kalkalpen (in den Zentralalpen nur auf kalkreichen Stellen),von ca. 1500 bis 3200 m; seltener auch tiefer (Höttinger Graben beiInnsbruck 690 m, bei Scharnitz, im Isarkies bei Tölz und Grünwald obMünchen).
Allgemeine Verbreitung: Alpen (von der Provence bisNiederösterreich und Steiermark), Bosnien, Herzegowina, Schottland.
Aendert wenig ab:
var. auräta Schröter et Jaccard. Rispe gelblich. — Schweiz.
var. minima Beck. Ziemlich dichtrasig, wenigstens das obere Halmblattdie nur sehr wenige Aehrchen tragende Rispe überragend. Stengel nur bis 5 cm hoch.
Dieses Zwerggras ist für die Kalkalpen äusserst charakteristisch, ersetzt undverdrängt daselbst die vorige Art. Als Begleitpfianzen erscheinen häufig Carex atrata,
Myosotis alpestris, Poa alpina, Hieracium villosum, Campanula Scheuchzeri, Saxifraga androsacea, Sedumatratum, Achillea atrata, Aronicum scorpioides, Galium anisophyllum, Chrysanthemum atratum etc., fernerRhododendron hirsutum und chamaecistus (letztere Art nur im Osten). Ebenso ist es in den Polstern vonCarex firma häufig vertreten. Wie nr. 283, Trisetum spicatum etc. gehört es z. B. den sogen. „Schuttstauern"(Schröter), bei denen sich beim Ueberschütten von Schutt durch Deckung der Internodien sog. falsche Kriech-triebe (pseudorepente Triebe) ausbilden.
285. Poa caesia Sm. (= P. Gaudini Roem. et Schult.). Hechtblaues Rispengras.
Fig. 129.Ausdauernd, 20 bis 40 cm hoch, horstbildend, (durch abwischbaren Reif) intensivblaugrün überlaufen. Laubsprosse fehlend oder erst zur Zeit der Reife aus beblätterten,
Heg-i, Flora. 25
128. Poa minor Gaud.a Habitus (nat. Grösse).b Aehrchen. cBlatthäutchen.