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Allgemeine Verbreitung: Europa (fehlt im nördlichsten Skandinavien undRussland, sowie in Irland und z. T. in Südeuropa); Kaukasus.
Aendert wie die vorige Art sehr wenig ab: var. paniculäta Borbas (= var. compösita Murr)Rispe mit einem grundständigen Zweige. — Selten.
264. Melica picta K. Koch (= M. nütans L. var. viridiflora Griseb., = M. viridiflora
Czerniaew). Buntes Perlgras. Fig. 119c und d.
Steht nr. 263 ziemlich nahe. Pflanze etwas graugrün, ziemlich dichte Horstebildend. Grundachse nur kurze Ausläufer treibend. Untere Blattscheiden amethvstfarbenüberlaufen. Blätter mit (auch unterseits etwas rauher) oberseits und an den Rändern sehrrauher, oft starrer Spreite. Blatthäutchen ziemlich verlängert, weisshäutig, bis ca. 2 mmlang (Fig. 119 d). Aehrchen eiförmig, bis 9 mm lang. Aehrchenstieleoberwärts dichter und längerbehaart als bei nr. 263. Hüllspelzen oft fast so lang als die Blüten, fast das ganze Aehrcheneinschliessend, meist grün, am Rande weisshäutig, unter der Spitze mit halbmondförmigem,rotem Fleck. Deckspelzen der zweigeschlechtlichen Blüten ziemlich dick, gewölbt, glänzend,undeutlich 5-nervig, fast glatt (Fig. 119c). — V, VI.
Selten in schattigen Wäldern, zuweilen in Gesellschaft mit nr. 263. In Deutschlandnur in Thüringen, in Unterfranken, in Sachsen (Zadeler Abhänge bei Meissen) und in der ProvinzSachsen. In Oesterreich vereinzelt im nördlichen Böhmen und Mähren. In der Schweiz an-geblich (was pflanzengeographisch möglich ist!) bei Schaffhausen (gegen das Kloster Paradies).
Jedenfalls ist diese typische pontische Pflanze in Mitteleuropa noch weiter verbreitet und verdientgenauere Beobachtung.
Nach der Farbe der Hüllspelzen werden die beiden folgenden Formen unterschieden: a) viridiflorav. Seemen. Hüllspelzen grün oder am Rande mit trüb violetten Streifen. — Die häufigste Form, b) rubri-flora v. Seemen. Hüllspelzen am ganzen Rücken trübrötlich gefärbt. — Seltener.
Von Bastarden ist bekannt: M. nutans L. X M. picta K. Koch (= M. Aschers öniiM. Schulze). Von M. nutans vor allem durch das deutlichere Blatthäutchen, von M. picta durch die dunklergrüne Farbe und das kürzere Blatthäutchen verschieden. — Selten in Böhmen, Thüringen und Unterfrankenbeobachtet. — Ausserdem wird selten M. altissima L. (— M. Sibirica Lam.) aus Südrussland und dem ge-mässigten Asien adventiv (verwildert oder verschleppt) angetroffen. Pflanze bis 1 m hoch, ziemlich kräftig.Blatthäutchen zylindrisch. Aehrenrispe schneeweiss, bis 20 cm lang, am Grunde meist unterbrochen, dicht,ährenähnlich zusammengezogen. Deckspelzen breit, die unterste 7-nervig, an der Spitze breit trockenhäutigberandet, kurz stachelspitzig.
CI. Brfza 1 ) L. Zittergras.
Die Gattung umfasst 12 Arten, die in Europa, Nordafrika, im gemässigten Asien und in Südamerikavertreten sind. Ausser nr. 265 kommen in Europa im Süden noch die beiden einjährigen B. mäxima L.(Rispe überhängend. Rispenäste schwach rauh. Aehrchen wenig zahlreich, sehr gross) und B. minor L.(ähnlich B. media, jedoch einjährig und Rispenäste rauh, haardünn; Aehrchen kleiner, ca. 3 mm lang, dreieckig,eiförmig), sowie im Balkan B. elätior Sibth. et Sm. und B. spicäta Sibth. et. Sm vor. Die beiden erstenwerden bei uns zuweilen als Zierpflanzen, vor allem zu Makartbouquets kultiviert und gelegentlich in der Nähevon Gärten verwildert angetroffen. Ausserdem selten adventiv: Briza g eniculä ta L. aus Nordamerika (z.B.im Hafen von Mannheim).
265. Briza media L. (= B. tremula Koeler, = B. Clüsii Schult.). Zittergras, Hasen-brod. Franz.: Amourette, Tremblette, gramen tremblant, pain d'oisean; engl.: Quakinggrass, Bird-eyes, Daddergrass, Trembling; ital.: Tremolina, Tamburini, Brillantina, Erba
trilla; tschechisch: Treslice. Taf. 33, Fig. 3.
Der Name Zittergras bezieht sich, wie eine Menge anderer volkstümlicher Benennungen dieserPflanze, auf die zierlichen, an sehr dünnen Rispenzweigen sitzenden (und daher sehr leicht beweglichen) Aehrchendes Grases: Zittermännl (Anhalt), Zittermannel (Westböhmen), Zitterherzl (Nordböhmen), Zitter kraut(Steiermark), Zitterla (Schwaben), Zitteli s chmalä [= Schmiele] (Schweiz: Waldstätten), Zettergräs,
') Griech. ßgit^a (briza) bezeichnete wahrscheinlich eine Getreideart (Roggen?); vgl. auch pag. 194, Anm. 1.