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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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256. Koeleria eriostächya 1 ) Panc. (= K. Carniölica Kern.). Wollige Kammschmiele.

Der K. pyramidata subsp. montana am nächsten verwandt. Ausdauernd. Halme robust,seltener graciler, unter der Rispe + zottig behaart. Die meisten Blätter grün, flach, samt ihrenScheiden kahl. Blatthäutchen etwas vorgezogen. Die Rispen meist robust, länglich bisbreit-zylindrisch, + gelappt, oft etwas überhängend, violett gefärbt. Hüll- und Deck-spelzen zugespitzt, unbegrannt, + behaart bis zottig. VII bis VIII.

Zerstreut auf Alpenwiesen und trockeneren Matten, zwischen Gerolle, besondersauf Kalkunterlage. Nur in O est e r r e ich (Kärnten, Steiermark, Tirol) und in der S ch weiz.

Allgemeine Verbreitung: Ausser in den genannten Ländern noch Kroatien,Norditalien, Serbien und Bulgarien (überall nur im Gebirge, bis über 2300 m ansteigend).

Variiert folgendermassen:

var. Carniölica (Kern.) Domin. Schwächer behaart, die Aehrchen mitunter fast verkahiend.Zerstreut mit dem Typus.

var. Engadinensis Domin. Innovationsblätter kürzer und rigider. Halme graciler. Rispen zylindrisch,kaum gelappt, wenig gefärbt. Aehrchen kleiner und schmäler. Engadin.

Subsp. Schroeteriäna Domin. Halme gracil. ganz behaart. Blätter schmäler. Blattscheiden kurz-zottig. Rispen öfters blass. Aehrchen nur ca. 5 mm lang. Hüllspelzen wenig kürzer als die Aehrchen. In derSchweiz im Kanton Neuenburg (v. typica) und im Kanton Zürich (var. Lehmanniäna Dom., mit ver-längerten flachen Grundblättern, grossen, stark gelappten Rispen und kahlen, grösseren, blassen Aehrchen).

257. Koeleria gräcilis Pers. (sensu ampl.) (= Aira cristäta L. p. p. max., = A. gräcilis Trin.,= A. macrantha Ledeb., = Däctylis cristäta Bieb., = Festüca cristäta Vill., = Pöa nitida Lam.,= Koeleria cristäta aut. p. p., = K. älbida Opiz, = K. ambigua Schur., = K. antho-xanthoides Gsaller, = K. pällida Wahr., = K. puberula Opiz.). Zarte Kammschmiele.Ital.: Paleo argentino gentile. Tschech.: Smelek utly, Skorpina. Fig. 115 d und e.

Ausdauernd. Dicht rasenförmig. Halme stets gracil, meist bis zu der Spitze kahl, 2 dm bisüber 5 dm hoch, nur im unteren Teile beblättert. Die meisten Innovationsblätter zusammen-gerollt oder wenn flach sehr schmal, kaum über 1 mm breit, graugrün, meist kurz weich-haarig. Alle oder wenigstens die unteren Blattscheiden stets weichhaarig (kurzhaarig biszottig). Halmblätter mit kurzer, meist zusammengerollter (oder wenn flacher, sehr schmaler)Spreite, nicht zahlreich. Aehrenrispe pyramidal-länglich oder länglich-zylindrisch, gelappt,nicht dicht, besonders unter der Blüte ausgebreitet, oft glänzend. Aehrchen klein, ca. 4 bis5 mm lang, 2- bis 3-blütig (Fig. 115 d und e). Spelzen lineal-lanzettlich, zugespitzt, unbe-grannt, kahl. Hüllspelzen meist deutlich kürzer als die Aehrchen. 3 ) V bis VIII.

Im ganzen Gebiet häufig auf trockenen Wiesen, Steppen, Haiden, auf Hügeln undSandfluren, an Grasrainen, unter lichtem Gebüsch usw.; von der untersten Region bis in diealpine Zone. Bevorzugt einen nährstoffreichen oder wenigstens einen warmen Boden; istdaher in südlicheren Teilen des Gebietes besonders verbreitet und tritt nicht selten alsLeitart auf.

Allgemeine Verbreitung: Fast in ganz Europa (fehlt aber dem eigentlichenMittelmeergebiet fast vollkommen). Nordwärts bis zum 60° n, Br. (Schottland, Dänemark,Ingermanland). Im ganzen Orient bis zum Himalaya häufig. Aus Zentralasien breitet siesich westwärts, nordwärts (bis zum 62° n. Br.) und ostwärts aus und erreicht Kamtschatka,Mandschurien und China. In Nordamerika kommt sie besonders zwischen dem 37 ° bis55° n. Br. vor.

1 ) Griech. egwv (erion) = Wolle und o%a%V$ (stächys) = Aehre; nach der Behaarung der Spelzen.

2 ) Diese Diagnose bezieht sich auf die K. gräcilis var. typica Domin.