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grösser als bei Agrostis, häufig mit Ächsenfortsatz über die Blüte hinaus, äusserst seltennoch eine zweite obere Blüte tragend. Hüllspelzen mehr oder weniger ungleich. Deck-spelzen zart, häutig bis papierartig, 3- bis 5nervig ; am Grunde meist mit deutlichem Haar-kranz (Taf. 27, Fig. 3 a), der länger als die Breite der Deckspelze ist.
Die Gattung umfasst ca. 140 Arten, die besonders in den gemässigten und kalten Zonen vorkommen.Verschiedene Arten gleichen einander in ihrem Habitus sehr, so dass sie nicht immer leicht auseinander zu haltensind. Einige steigen bis in die alpine Region hinauf und sind fast regelmässig im Alpenrosen- und Legföhren-gebüsch anzutreffen (C. tenella und villosa).
Die Calamagrostis-Arten führen meist dieselben Namen wie andere schilfartige Gräser (Phragmites-,Arundo- etc. Arten). Im Böhmerwald heisst Calamagrostis lanceolata Rausch (auch im Egerland), Reisch.Benennungen, die mit „Risch" (Juncus-Arten, s.d.!) zusammenhängen dürften. Nach den scharfen Blätternwird diese Art in Anhalt (Dessau) „Sehn eidegr as" genannt. Calamagrostis lanceolata wird imBöhmerwalde zum Verpacken von Glaswaren benützt.
1. Aehrchen 2 bis 2'/!mm lang. Haarkranz der Deckspelzen schwach entwickelt. Vorspelzen fastverkümmert, nur '/t so lang als die Deckspelzen...............C. tenella nr. 195.
1*. Aehrchen 3 bis 7 mm lang. Haarkranz der Deckspelzen meist kräftig. Vorspelzen vollkommenentwickelt....................................2.
2. Deckspelzen zarthäutig, durchscheinend, meist kürzer als die Haare an ihrem Grunde. Haareringsum gleichmässig entwickelt............................ 3.
2*. Deckspelzen grünlich, derber, wenig kürzer als die Hüllspelzen ; die Haare an ihrem Grunde ihreLänge nicht erreichend, unter dem Ansatz der Granne fehlend. Aehrchen stets mit deutlichem, pinselförmigbehaartem Achselfortsatz.............................. 6.
3. Deckspelzen meist 5 nervig (bei grundständiger Granne viernervig). Hüllspelze lanzettlich, zugespitzt 4.3*. Deckspelzen meist 3nervig. Hüllspelzen linealisch-pfriemenförmig, an der Spitze von der Seite
her zusammengedrückt............................... 5.
4. Granne an der Deckspelze unscheinbar, ganz kurz endständig, aus einer Ausrandung der Deck-spelze entspringend (Fig. 96, f)....................C. lan c eola t a nr. 196.
4*. Granne meist länger, an der Deckspelze rückenständig, seltener kurz oder ganz fehlend.
C. villosa nr. 197-
5. Rispenspindel steif aufrecht, höchstens an der Spitze und vor dem Aufblühen nickend. Deckspelzenauf dem Rücken meist begrannt............•.......C. epige ios nr. 198.
5*. Rispenspindel schlaff. Rispe nickend. Deckspelzen stets mit endständiger Granne.
C. ps eudophr agmi te s nr. 199.
6. Granne in der Regel gerade, die Deckspelze kaum überragend, wenig unterhalb ihrer Mitte ent-springend. Vorspelzen 1 U bis '/s kürzer als die Deckspelzen..........C. neglecta nr. 200.
6*. Granne gekniet oder gedreht, länger als die Deckspelze, an deren Grunde eingefügt. Vorspelzen
fast so lang wie die Deckspelzen........................... "■
7- Haare am Grunde der Deckspelzen reichlich entwickelt, meist so lang wie diese . C. varia nr. 201.7*. Haare am Grunde der Deckspelzen spärlich entwickelt, nur 1 /a so lang wie diese.
C. arundinacea nr. 202.
195. Calamagrostis tenella (Schrad.) Link (= C. agrostiflora Beck, = Ariindo tenellaSchrad., = Agrostis pilösaGaud., = Agrostis tenella Rom. et Schult.). Zartes Reitgas. Fig. 96 a.
40 bis 70 cm hoch, unterirdisch kriechend, lockere Rasen und viele nichtblühende,etwas verlängerte Triebe bildend. Stengel dünn, meist schlaff, knickig aufsteigend. Blatt-scheiden kahl und glatt. Spreiten flach, schmal, höchstens 5 mm breit, lebhaft grün, dieoberen etwas rauh, die unteren oft glatt. Blatthäutchen an der Spitze zerschlitzt, bis 3 mm lang.Rispe locker ausgebreitet, meist schlaff, ziemlich locker, bis über 1 dm lang. Aeste anliegendoder wenig abstehend, meist etwas geschlängelt, zart, kaum rauh. Aehrchen (Fig. 96 b) ohneAchsenfortsatz, 2 bis 2, 5 mm lang, 2 bis 4 mm lang gestielt, eiförmig-lanzettlich, am Endeder Rispenäste etwas genähert, meist rötlich-braun bis violett gefärbt, seltener grünlichgelb.Hüllspelzen breit, eiförmig, zugespitzt, ca. 2,5 mm lang, am Rücken wenig borstigbewimpert. Haarkranz der Aehrchenachse schwach ausgebildet, nur aus wenigen, kurzen,