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1 (1906) Pteridophyta, Gymnospermae und Monocotyledones
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stralis Michx. und taeda L.) Föhrenarten. Je nach dem zur Gewinnung angewendeten Hitzegrad bildet dasKolophonium hellgelbliche bis dunkelbraune, glasartig durchsichtige, fast geruch- und geschmacklose, gross-muschelige, in scharfe kantige Stücke zerspringende Massen. Die Droge kommt vorwiegend aus den nord-amerikanischen Staaten Carolina, Georgia, Alabama, Virginia und Florida, zum kleinern Teil auch aus Südfrankreichzu uns. Früher wurde das Harz sehr wahrscheinlich in der Gegend der kleinasiatischen Stadt Kolophongewonnen und bereits im 15. Jahrhundert in die deutschen Apotheken eingeführt (Pharm, germ., austr., helv.).

Fructus Juniperi (Baccae oder Drupae Juniperi) oder Wacholderbeeren (Machandelbeeren) sinddie Beerenzapfen des gemeinen Wacholders, die in Deutschland (besonders auf der Lüneburger Heide und inOstpreussen), Ungarn, Italien und in Südfrankreich gesammelt werden. Die Wacholderbeeren enthalten 0,5 bisl,2°/o ätherisches Oel (hauptsächlich aus Cadinen und Pinen bestehend), 13 bis 42 °/o Traubenzucker (zumgrössten Teil Invertzucker), 5°/o Eiweissstoffe, Inosit, Gummi, Wachs, Ameisen-, Apfel- und Weinsäure, Juniperin(Verbindung einer Zuckerart mit einem Gerbstoff) und 4°/o (nicht mehr als 5°/o) Aschengehalt. Die Drogewirkt harntreibend (Pharm, germ., austr., helv.).

Oleum Juniperi (baccarum), Wacholderöl, ist das durch Destillation aus den Wacholderbeerenbereitete, farblose oder schwach gelbliche ätherische Oel (Pharm, austr., helv.).

LignumJ u nip eri, Wacholderholz wird vorzugsweise von der Wurzel genommen (Pharm, austr., helv.).

Herba Sabinae (auch Summitates Sabinae genannt), Sadebaumspitzen. Aus den getrocknetenAstspitzen des Sevibaumes (Juniperus sabina) wird ein grünlichgelbes Pulver hergestellt. Die Blätter undZweige des Sevenkrautes verbreiten (besonders gerieben) einen eigenartig aromatischen Geruch und besitzeneinen widerlichen Geschmack. Die Zweigspitzen enthalten: 4 bis 5°/« ätherisches Oel von brennendem Geschmackund starker Giftwirkung (Pharm, austr., helv.). Am giftigsten sind die frischen Zweige; weniger stark wirktdas trockene Kraut. Der wichtigste Bestandteil des Oeles ist das Sabinol, ein Alkohol (Cio His OH), der teilsfrei, teils an Essigsäure und zwei unbekannte Säuren gebunden ist. Ausserdem enthält es noch Di acer - V '(CHs CO)s, Sabinen (Cio Hie) und wahrscheinlich Pinen, sowie einen Körper von Aldehyd- oder Ketonnatur.Sechs Tropfen des reinen Sabinaöls sollen beim Menschen bereits Vergiftungen hervorbringen.

Oleum Juniperi empy reumaticum oder Oleum Cadinum, Kadeöl (Kadinöl, Wacholder-holzteer) wird durch trockene Destillation aus dem Holze des südeuropäischen Juniperus oxycedrus L. und andererArten gewonnen (vgl. pag. 89); es ist dunkelbrann, teerartig und zum grössten Teil in Aether löslich. DasKadeöl wird äusserlich bei Rheumatismus, bei chronischen Hautausschlägen sowohl rein als auch in Salben-mischungen und Seifen häufig angewendet (Pharm, austr., helv.)

Oleum Pini Pumilionis, Krummholz- oder Latschenöl, wird aus den jungen Zweigen derBergföhre (Pinus montana) durch Dampfdestillation erhalten. Es ist farblos oder schwach grünlichgelb,dünnflüssig, von angenehmem, etwas zitronenartigem Gerüche und bitterem, scharfem Geschmacke, vomspezifischen Gewicht 0,865 bis 0,875. In Weingeist löst es sich vollständig auf. Die Zweige werden nament-lich in Tirol (speziell im Pustertal) gesammelt (Pharm, austr., helv.).

Früher wurden auch der Kanadabalsam (Balsamum Canadense) von der nordamerikanischenBalsamtanne (Abies balsamea Mill.), sowie der Sandarak, d. i. das Harz von Callitris quadrivalvis Vent. ausSüdspanien (daselbst erst kürzlich entdeckt) und den nordwestafrikanischen Gebirgen in den Apotheken verwendet.

Aus den Pfahlbauten sind zahlreiche Vorkommnisse von Nadelhölzern bekannt geworden. GanzeZapfen, Zapfenschuppen, Samen, Holz und Rinde der Waldföhre sind sehr oft anzutreffen. Allerdings wurdendie Pinussamen früher häufig mit denen der Wasserpflanze Najas maior verwechselt. Dagegen sind Pinusmontana und Larix wenigstens in den schweizerischen und deutschen Pfahlbauten nicht nachgewiesen.Sehr häufig sind wiederum die Nadeln (z. T. auch Zapfen) von Abies alba. Ihr massenhaftes Auftreten in derKulturschicht lässt darauf schliessen, dass dieselben häufig Verwendung (vielleicht als Streue) fanden. Vielseltener sind dagegen prähistorische Fichtennade!n. Die Pfähle der Pfahlbauten bestehen nur in seltenen Fällenaus Fichtenholz; meistens wurde Weisstannen-, Eiben-, Eichen-, Buchen-, Hagenbuchen-, Eschen-, Ahorn- undErlenholz benützt. Zäpfchen und Holzreste von Juniperus communis wurden mehrfach konstatiert. Vereinzeltsind auch die Früchte der Eibe gefunden worden. Recht häufig ist auch das Holz der Eibe anzutreffen, dasdie Pfahlbauer wegen seiner vortrefflichen Eigenschaften zur Herstellung von Bogen, Keulen und Hausgeräten(VIessern, Löffeln, Schüsseln, Eimern) verwendeten.