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Vademekum der speziellen Chirurgie und Orthopädie für Ärzte
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Thorax, Mediastinum und Herz;

Patienten mit Lungenschüssen durch das kleinkalibrige Mi-litärgeschoß können nach der Verletzung oft noch lange umher-gehen und werden bald wieder dienstfähig.

Auch die Revolververletzungen der Selbstmordkandidatensind meist ungefährlich. Die billigen Revolver haben an sichkeine Durchschlagskraft, da sie nicht exakt gearbeitet sind, unddie Gase nach hinten leicht entweichen können. Die Revolver-kugel bleibt in der Regel stecken und kapselt sich ein. Browning-pistolen und Teschingverletzungen gleichen mehr den Verletzun-gen durch Militärgeschosse.

Therapie: Die Umgebung der Wunde mit Jodtinktur be-pinseln, Okklusionsverband und Bettruhe. Im übrigen abwartenund Morphin geben. Nur starke Blutung und großer Hämato-thorax indiziert bisweilen die Lungennaht oder die Tamponadeder Lungenwunde. Meist genügt schon die Punktion des Hämato-thorax.

Bei Spannungspneumothorax, d. h. wenn immer wieder Luftangesogen wird, welche durch ventilartig schließende Wundennicht wieder entweichen kann, kommt die Punktion des Pneu-mothorax in Frage.

Geschosse entfernt man nur, wenn mit der Entfernung keineGefahr verbunden ist. Die Entfernung von Geschossen aus derLunge ist durch das Druckdifferenzverfahren (Sauerbruch)gefahrloser geworden. Geschosse in der Lunge sind nach Er-öffnung des Thorax unschwer fühlbar.

Das Sondieren von Schußkanälen ist ein schwererKunstfehler.

Lungenechinococcus.

Wird in praxi meist als Phthisis oder Pleuritis behandelt, bisEchinokokkenblasen ausgehustet werden.

Die Diagnose wird durch die Punktionsflüssigkeit, wasser-helle Flüssigkeit mit ausgesprochenem Eiweißmangel, bestätigt.Ferner Röntgenbild. Auch serologisch ist die Diagnose jetzt mög-lich (Komplementbildung).

Therapie: Operative Entfernung, zweizeitig.

i. Rippenresektion, dann Vernähung beider Pleuren durchHinterstichnaht.