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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
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Elektrizität.

Elektrizität.

§ 153. Arten der Elektrizität. Wenn man gewisse Körperreibt, so werden sie befähigt, andere leichte Körper anzuziehen. Diesezuerst beim Bernstein (rjlexvQOv) beobachtete Eigenschaft wird Elektri-zität genannt. Elektrizität kann jedoch nicht nur durch mechanischeArbeit entstehen, sondern auch durch chemische, thermische u. a.Energie und läßt sich auch umgekehrt in solche überführen. Wiebeim Magnetismus unterscheidet man zwei Arten von Elektrizität,positive und negative, und stellt sich diese der Bequemlichkeithalber wieder als zwei Fluida vor. Wahrscheinlich ist jedoch die alsElektrizität bezeichnete Form der Energie an Bewegungen desselbenSubstrates gebunden wie Licht und Wärme und von diesen nurquantitativ verschieden [cf. § 192]. Je nachdem man die Elektrizitätim Zustande der Ruhe oder Bewegung betrachtet, spricht man vonstatischer Elektrizität und vom elektrischen Strome.

A. Statische Elektrizität (Reibungselektrizität).

§ 154. Elektrische Anziehung und Abstoßung. Das am

längsten bekannte Mittel, Körper elektrisch zu machen, besteht darin,sie zu reiben. Dadurch kann der geriebene Körper entweder positivelektrisch werden, z. B. Glas, oder negativ, z. B. Siegellack. Mannennt daher die positive Elektrizität auch Glaselektrizität, die negativeHarzelektrizität. Das Material, mit dem man reibt, erhält immergleichviel entgegengesetzte Elektrizität. Es gilt nun das Gesetz, daßgleichgroße aber entgegengesetzte Elektrizitätsmengen sich gegenseitigneutralisieren und ferner, daß gleichnamig elektrische Körpersich abstoßen, ungleichnamige sich anziehen. Man kannletzteres mit dem sog. elektrischen Pendel nachweisen; derselbebesteht aus zwei Hollundermarkkügelchen, die mittels je eines Seiden-fadens an einem Stativ aufgehängt sind. Die Intensität der elek-trischen Anziehung und Abstoßung ist, wenn e und e die be-treffenden Elektrizitätsmengen vorstellen

F =

^ [cf. § 146].

Die praktische Einheit der Elektrizitätsmenge heißt nach demEntdecker dieses Gesetzes ein Coulomb [s. Anhang].

§ 155. Leiter und Nichtleiter. Außer durch Reibung kannein Körper auch durch Berührung mit einem elektrischen Körperelektrisch werden. Nach ihrem Verhalten hierbei unterscheidet man