Interferenz und Polarisation.
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platten und beobachtet das durchgehende Licht, so sind die Er-scheinungen gerade umgekehrt.
§ 142. Interferenz des polarisierten Lichtes. Es wurde obenauseinandergesetzt, daß bei parallelen Turmalinplatten oder Nicols etc.das Gesichtsfeld hell, bei rechtwinklig gekreuzten aber dunkel seinmuß. Bilden die optischen Achsen der Nicols einen anderen Winkelwie einen rechten, sei z. B. ab (Fig. 99) dieRichtung der Achse im ersten, e f die imzweiten Nicol, so kann nach dem Parallelo-gramm der Kräfte jede Schwingung in zweivon der Richtung e f und g h zerlegt werden.Die letztere, rechtwinklig zur Achse deszweiten Nicols erfolgende, geht nicht hin-durch, wohl aber die erstere. Auf dieserZerlegung von Schwingungen beruhen auchInterferenzerscheinungen, wenn man zwischeneinen Polarisationsapparat einen dünnen, doppelbrechenden Körperz. B. ein Gipsblättchen bringt, welches Lichtstrahlen nur in denRichtungen ef und gh (Fig. 99) durchläßt. Dann werden diedurch den Polarisator in die Richtung a b gebrachten Strahlen inSchwingungen nach den Richtungen e f und g h zerlegt; und diese amAnalysator wieder in Komponenten nach den Richtungen ab und cdEs werden dann nur die letzteren durchgelassen, und da sie vonStrahlen herrühren, die infolge der Doppelbrechung einen Phasen-unterschied, abhängig von der Dicke des Gipsblättchens, besitzen, sowird durch Interferenz das Gesichtsfeld bei einfarbigem Lichte mehroder weniger hell, bei weißem Licht in einer bestimmten Farbe er-scheinen. In ähnlicher Weise entsteht in dickeren doppelbrechenden(optisch einachsigen) Kristallen bei Anwendung von divergenten Licht-strahlen ein System von hellen und dunklen bezw. farbigen Ringen,das von einem schwarzen Kreuz in der Richtung der Achsen desPolarisators und Analysators durchzogen ist. Während dies bei ge-kreuzten Nicols der Fall ist, erscheinen bei parallelen die komplemen-tären Farben und ein helles Kreuz. Hierauf beruht auch das Polari-sationsmikroskop, bei dem durch das Objektiv schon polarisiertesLicht konvergent gemacht wird, dann durch den zu untersuchendenKörper dringt und schließlich hinter dem Okular noch einen Analy-sator passiert. Es dient einmal zum Erkennen doppelbrechender Sub-stanz, denn diese verrät sich durch ihren Farbenglanz; ferner tretendadurch feinere Strukturunterschiede besser hervor.
£ 143. Zirkulare Polarisation. Wenn ein Pendel durch einen