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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
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Optik.

AFB

M

jv

ü DFig. 89.

E

und BD eine halbe Wellenlänge, dann müssen diese sich aufheben,die dazwischenliegenden Strahlen aber nicht; es wird daher auch in

D Helligkeit herrschen, wenn auch geringereals in C. In E dagegen, wo die Rand-strahlen AE und BE mit einer Weg-differenz von einer ganzen Wellenlänge an-kommen, muß Dunkelheit herrschen. Dennwenn F die Mitte von AB vorstellt, soheben sich die Strahlen AE und FE gegen-seitig auf, und ebenso der Reihe nach diezwischen AF und FB liegenden Strahlen, daimmer für je zwei derselben ein Gangunterschied von 1 / 2 Wellenlängebesteht. So ergibt sich, daß die Punkte des Schirms, deren Randstrahlenum eine ungerade Zahl von halben Wellenlängen differieren, hell er-scheinen, dunkel aber die, wo es sich um die Differenz einer geraden Zahlvon halben Wellenlängen handelt. Sehr schöne Beugungserscheinungenerhält man durch mehrere nebeneinanderliegende Spalten, sog. Gitter;eine Art derselben wird z. B. hergestellt, indem mit einem Diamantenfeine parallele Striche in Glas eingeritzt werden; hier wirken diegeritzten, matt gewordenen Stellen wie undurchsichtige Schirme; dieStellen zwischen zwei Strichen entsprechen einem Spalt. An Stelleder hellen und dunklen Streifen erscheinen mit weißem Lichtenatürlich wieder farbige (Beugungs- oder Gitterspektra). DieStreifen sind um so breiter und deutlicher, je größer die Wellen-länge der betreffenden Strahlen und je schmaler der Spalt ist.Auf der Beugung beruht es z. B., daß man durch angelaufeneFensterscheiben Flammen mit farbigen Ringen sieht, daß Spinnfädenschillern etc.

§ 138. Begriff der Polarisation. Polarität wird die Eigen-schaft genannt, daß zwei Enden eines Körpers, die Pole (mandenke z. B. an einen Magneten), besondere Eigen-schaften gegenüber den anderen Seiten haben.Nach der üblichen Anschauung pflanzt sich nundas Licht durch transversale Ätherschwingungenfort und zwar so, daß die Ätherteilchen in allenmöglichen Ebenen immer senkrecht zur Fort-pflanzungsrichtung pendeln. Ein gewöhnlicherLichtstrahl würde also auf dem Durchschnitt etwawie Fig. 90a aussehen. Demgegenüber schwingen beim gerad-linig polarisierten Lichte (Fig. 90b) alle Ätherteilchen nurin einer Ebene, ebenfalls senkrecht zur Fortpflanzungsrichtung;

a

Fig. 90.