Druckschrift 
Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
Entstehung
Seite
86
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

86

Optik.

den Spiegel nach der Reflexion in paralleler Richtung. Hierauf be-ruht die Anwendung von Hohlspiegeln in Leuchttürmen etc. Ist derGegenstand zwischen Unendlichkeit und geometrischem Mittelpunkt,so liegt das Bild zwischen diesem und dem Brennpunkte. Auch hierist wieder die Umkehrung möglich. Überhaupt sind Bild- und Gegen-stand einander stets konjugiert 1 , d. h. sie können miteinander ver-tauscht werden. Ist der Gegenstand im geometrischen Mittelpunkte,so muß auch das Bild dort liegen. In diesen fünf ersteren Fällenhandelt es sich stets um reelle Bilder, deren Größe nach demoben Gesagten leicht zu finden ist. Es zeigt sich, daß je näherder Gegenstand an den Spiegel heranrückt, das Bild sich

um so weiter entfernt. Bücktnun der Gegenstand in die Brenn-weite hinein, liegt er also zwischenSpiegel und Brennpunkt, so mußdas Bild gewissermaßen über dieUnendlichkeit hinausgehen, d. h. eswird negativ und erscheint auf deranderen Seite des Spiegels. Indiesem einen Falle geben also Hohlspiegel virtuelle Bilder.Dieselben sind aufrecht und vergrößert, da sie ja weiter vom Spiegelentfernt sind als der Gegenstand (Fig. 70). Darauf beruht die An-wendung von Hohlspiegeln als Barbierspiegel etc.

§ 114. Bilder der Kon-vexspiegel. Konvexspiegel er-zeugen stets virtuelle, auf-rechte, verkleinerte Bilder(Fig. 71), die um so kleinersind, je weiter der Gegenstandvom Spiegel entfernt ist. Dahier Bild- und Brennweite negativ sind, so nimmt das Spiegel-

Fig. 70.

Fig. 71.

gesetz die Form an

-, oder anders geschrieben

1 _-bf

2_i_ i

1 a~ fDaraus folgt &<«, d. h. das Bild ist stets dem Spiegel näher alsder Gegenstand, mithin auch kleiner.

1 conjungo mit einander verbinden.