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Wärmelehre.
Temperaturmessung. Gewöhnlich benutzt man Quecksilberthermo-meter, da Quecksilber sich ziemlich regelmäßig ausdehnt [cf. § 81scheinbare Ausdehnung]. Bin gewöhnliches Thermometer besteht auseinem Gefäße mit Quecksilber und einer damit verbundenen luftleeren,kapillaren Rohre, neben der eine Skala angebracht ist. Die Röhrewird bei der Herstellung zugeschmolzen, nachdem durch Kochen deseingefüllten Quecksilbers alle Luft vertrieben ist. Da Quecksilber bei— 39° gefriert, wendet man in kalten Gegenden das Weingeist-thermometer an. Als Fundamental- oder Fixpunkte wählt mangewöhnlich den Gefrierpunkt und Siedepunkt des Wassers. Oberhalbdes Gefrier- oder Eispunktes, der mit 0 bezeichnet wird, gibt dasThermometer Wärmegrade an, unter demselben sog. Kältegrade[cf. § 83]. Als Empfindlichkeit des Quecksilberthermometers be-zeichnet man die Längsverschiebung des Quecksilberfadens für 1 °Temperaturerhöhung. Den Abstand zwischen beiden Fundamental-punkten teilt Reaumur in 80 Grade, Celsius in 100; letztere Ein-teilung ist jetzt allgemein üblich. Nur in England und seinenKolonien gebraucht man die Einteilung nach Fahkenheit. Hier wirdals Nullpunkt die Temperatur einer Mischung von Kochsalz, Schneeund Salmiak angenommen; von hier bis zum Gefrierpunkt des Wasserssind 32 Grad, von diesem bis zum Siedepunkt des Wassers 180, imganzen also 212.
Folgende Tabelle dient zur Umrechnung:
n° (C):
■n l> (R) = j-n 0 +S2°(F)
n°(B) = jn° (C) = |«° + 32» (F)
n«(F) = j ( w ° — 32°) (C) = J- (n.o— 32°) (B).
Zweckmäßiger sind die Luftthermometer, da sie sehr genausind und bei allen Temperaturen benutzt werden können. Fig. 57stellt schematisch einen solchen dar. Wird die in a befindliche Lufterwärmt, so verdrängt sie das Quecksilber in b, aus dessen Stellungdann der Druck und somit nach § 82 auch die Temperatur der Luftgefunden wird. Am allerfeinsten sind aber die thermoelektrischenApparate, die erst später besprochen werden sollen. Um die höchstenund niedrigsten Temperaturen während einer bestimmten Zeit an-zuzeigen, dienen die, meist horizontal aufgestellten Maximum- undMinimumthermometer. Bei ersteren schiebt eine Quecksilbersäuleein Stahlstäbchen vor, das beim Zurückgehen derselben liegen bleibt;bei letzteren nimmt eine Weingeistsäule ein Glasstäbchen mit zurück,kann es aber nicht vorwärts schieben.