Mechanische Wärmetheorie.
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Stimmgabeln etwas verstimmt, so gehen diese Figuren wegen der nunwechselnden Phasendifferenz ineinander über. In gleicher Weise haben auchdie anderen Konsonanzen charakteristische einfache Lichtfiguren, die beiVerstimmung der Stimmgabeln einen Wechsel zeigen.
§ 76. Dopplers Prinzip. Wenn die Entfernung zwischen einerTonquelle und einem Beobachter rasch kleiner wird, so wird der Tonder ersteren höher. Dies ist leicht zu konstatieren bei dem Pfeifeneiner sich nähernden Lokomotive. Von einer ruhenden Tonquelle ausgelangen nämlich in einer Sekunde eine bestimmte Zahl von Schall-wellen ins Ohr des Beobachters; nähert sich aber die Tonquelle ineiner Sekunde um x Meter, so kommen mehr Schallwellen zur Perzep-tion, nämlich auch die, welche sonst vom Beobachter noch x Meterentfernt wären. Entfernt sich die Tonquelle oder der Beobachter,so muß natürlich der Ton tiefer werden.
Wärmelehre.
A. Mechanische Wärmetheorie.
§ 77. Wesen der Wärme. Unter Wärme versteht man das-jenige Agens, welches bestimmte Nervenendigungen so reizt, daß wireine Temperaturempfindung haben. Früher nahm man einen Wärme-stoff zwischen den Körpermolekülen an, der unter Umständen aus-treten, „frei werden" könne. Dagegen sprechen aber viele Tatsachen.Graf Rum-poed zeigte zuerst, daß durch Rotation eines Kolbens ineinem dicht anschließenden metallischen Hohlzylinder, also durchmechanische Arbeit, eine unbegrenzte Wärmemenge erzeugt werdenkann; auch hat das Metall vor und nach der Reibung dieselbe Wärme-kapazität, d. h. Fähigkeit, Wärme aufzunehmen. Nach der stofflichenTheorie könnte aber in den durch Druck verkleinerten Intermolekular-räumen nicht mehr so viel Wärme aufgenommen werden wie vorher.Noch entscheidender war der Versuch von Davy: Er brachte ineinem Räume von 0° zwei Eisstücke allein dadurch zum Schmelzen,daß er sie aneinanderrieb. Hier ist sogar die Wärmekapazität desentstandenen Wassers größer als die des Eises. Durch diese undandere Versuche wurde festgestellt, daß Wärme kein Stoff ist, sondernebenso wie Schall und Licht auf Molekularbewegung beruht.