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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
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Akustik.

Akustik,

§ 66. Definition. Akustik 1 ist die Lehre vom Schall. UnterSehall versteht man alle Schwingungen von Körpern, die durch Ver-mittlung der Luft oder eines anderen Mediums von dem Gehörorganwahrgenommen werden. Sind die Schwingungen ungleich und un-regelmäßig, so entsteht ein Geräusch (z. B. Knall, Krach etc.); sindsie gleich und regelmäßig, so entsteht ein Ton.

§ 67. Töne sind charakterisiert durch ihre Höhe, Intensitätund Klangfarbe.

1) Die Höhe eines Tones hängt von der Anzahl der Schwingungender Tonquelle ab. Je größer die Schwingungszahl ist, desto höherist der Ton. Hält man z. B. ein Kartenblatt gegen ein rotierendesZahnrad, so entsteht ein Ton, der um so höher ist, je schnellersich das Rad dreht, d. h. je mehr Stöße in der umgebenden Luftentstehen.

Die Schwingungszahl findet man z. B. mittels der Sirene von Cagniardde la Tour. Durch Rohr B (Fig. 48) kommt aus einem Blasebalg Luft indie Trommel T, deren Deckel einen oder mehrere Kreise von schräg gebohr-ten Löchern enthält. Auf diese Löcher passen genau Löcher der beweglichenScheibe 0 P, die aber in entgegengesetzter Rich-tung schief gebohrt sind. Diese Anordnung er-hellt aus Fig. 48 o und ist der Grund, daß sichdie Scheibe 0 P beim Anblasen der Sirene nachdem Prinzip des SBGNEKSchen Wasserrades drehenmuß. Mit der Scheibe dreht sich aber zugleich

die Achse D, die oben eine Schraube trägt. y~ v x------.

Durch diese wird die Bewegung auf Zahnräder (l

übertragen und schließlich durch ein Uhrwerkregistriert. Durch die Drehung wird bewirkt,daß die Luft stoßweise durchtritt, nämlichimmer nur, wenn die Löcher der Scheibe überdenen des Deckels sind. Es entstehen also Fig

Stöße in der umgebenden Luft, und zwar wäh-rend einer Umdrehung soviel, wie Löcher vorhanden sind. Die Anzahl derLöcher multipliziert mit der Zahl der Umdrehungen in 1 Sekunde, ergibtdaher die Schwingungszahl. Die Schwingungszahl einer beliebigen Tonquellefindet man, indem man die Sirene so anbläst, daß sie denselben Ton gibt.

Vibrograph nennt man eine Vorrichtung, bei der der tönendeKörper, z. B. eine Stimmgabel, durch eine an ihm befestigte Feder seineSchwingungen selbsttätig auf einen berußten Zylinder aufschreibt, der sichmit gleichmäßiger Geschwindigkeit senkrecht zur Schwingungsrichtung vorbei-dreht. Aus der entstehenden Wellenlinie ergibt sich natürlich sofort dieSchwingungszahl.

dxovo) hören.