Gesetze der luftförmigen Körper.
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durch. Man hat somit ein bequemes Mittel, kolloide von kristalloidenKörpern zu trennen. Das Verfahren heißt Dialyse, der ApparatDialysator. Befindet sich zwischen der Lösung eines Stoffes unddem reinen Lösungsmittel eine sog. halbdurchlässige Membran(d. h. eine solche, die nur das Lösungsmittel, nicht aber den gelöstenStoff hindurchläßt), so tritt auf Seite der Lösung ein Überdruck (os-motischer Druck) ein, der die Membran nach außen vorwölbt, bisder von ihr geleistete Gegendruck einen Gleichgewichtszustand her-beiführt. Dieser osmotische Druck hängt nach van't Hoff nicht vonder Natur der halbdurchlässigen Membran, sondern nur von derTemperatur, Konzentration und chemischen Beschaffenheit derLösung ab.
Der osmotische Druck läßt sich also bei bekannter Temperatur aus demMolekulargewicht berechnen. Bezeichnet man nämlich als Gramm-Molekeloder Mol eine solche Anzahl Gramm, die dem Molekulargewicht der be-treffenden Substanz entspricht (also z. B. 2 Gramm Wasserstoff, 32 GrammSauerstoff, 28 Gramm Stickstoff etc.), und berücksichtigt, daß nach Avogadroalle Gase in gleichgroßen Volumina gleichviel Moleküle enthalten, so folgtzunächst der Satz: Die Gramm-Moleküle der Gase besitzen bei gleichenDruck- und Temperaturverhältnissen alle dasselbe Volumen. Was für Gasegilt, gilt aber auch nach van't Hoff für verdünnte Lösungen [s. o.]. Da nun1 Mol Wasserstoff bei 0° und 760 mm Druck das Volumen von 22,4 Literbesitzt, muß auch jedes andere Mol eines Gases bezw. einer Substanz in sehrverdünntem Lösungsmittel das gleiche Volumen einnehmen. 1 Mol Rohr-zucker z. b. (C 12 H 2 . 2 O u ) wiegt 342 Gramm. 1 Gramm Bohrzucker würde daher
: 65,5 Kubikzentimeter aus-
22 4in Gasform bei 0° und 760 mm Druck — ~ Liter =
füllen. Löst man dagegen 1 Gramm Bohrzucker in 100 Gramm Wasser auf,so beträgt das Volumen dieser Lösung bei 0° und 760 mm Druck 100,6 Kubik-zentimeter. Zur Berechnung des osmotischen Druckes dient nun das Boyle-Mariotte'sche Gesetz [§ 48], das auch für verdünnte Lösungen gilt. Es verhältsich also der (osmotische) Druck in der Lösung zum Druck des Dampfesumgekehrt wie die entsprechenden Volumina, x : 760 = 65,5 :100,6. Der
osmotische Druck in der 1 °/ 0 Zuckerlösung beträgt somit bei 0° x = —_-
= zirka 495 mm Quecksilber. Bei t° beträgt
495 T
Gesetze [§ 82] -^-.
der Gefrierpunktstemperatur berechnen [cf.
100,6nach dem Gay-Lussac'schen
Danach kann man auch den osmotischen Druck bei
§ 45.
D. Gesetze der luftförmigen Körper.
Grundeigenschaften. Die luftförmigen Körper oder
gasförmigen Flüssigkeiten teilt man ein in Gase und Dämpfe, diesich dadurch unterscheiden, daß Gase schon bei gewöhnlicher Tem-
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