Mechanik.
dies auch so ausdrücken: Flüssigkeiten besitzen nur Elastizität desVolumens, aber nicht (wie die festen Körper) auch Elastizität derGestalt. Zur Erklärung nimmt man an, daß ihre Moleküle in labilemGleichgewicht schwingen und zugleich eine fortschreitende Bewegunghaben. Aus dieser leichten Verschieblichkeit folgt, daß die einzelnenTeilchen unter dem Einflüsse der Schwerkraft sich möglichst tiefstellen; mit anderen Worten, die Oberfläche einer Flüssigkeit ist genauhorizontal. Nur in engen Röhren findet eine Ausnahme statt [cf. § 42].Da den Flüssigkeiten Poren fehlen, so sind sie auch fast inkom-pressibel. Sehr wichtig ist ferner, daß ein an beliebiger Stelleausgeübter Druck sich in einer Flüssigkeit gleichmäßig nachallen Richtungen fortpflanzt. Darauf beruht z. B. das Messendes Blutdruckes, da derselbe ja im Arterienrohr auch seitlich wahr-nehmbar ist. Eine Anwendung dieses Gesetzes ist ferner diehydraulische 1 oder Brahma'sche Presse, deren Prinzip ausFig. 20 erhellt.
Wird der Kolben k durch eine Kraft p um h verschoben, so wird dieArbeit p h geleistet. Dadurch wird ein Druck auf das Wasser in dem Röhren-system erzeugt, und der Kolben k'mit einer Kraft p' um h' gehohen,also die Arbeit p h! geleistet. Gleich-gewicht ist vorhanden, wennph—p'ti oderp :p' = h' : h ist.Da nun in beiden Schenkeln einegleiche Wassermasse bewegt wird, ist,wenn q und Q die betreffenden Quer-schnitte bedeuten:h' : h = q: Q mithinp:p' = q:Q.Der im. weiten Rohr erzeugte Druck übertrifft also um so mehr die an-gewandte Kraft, je größer der Querschnitt des weiten Rohrs im Verhältniszu dem des engen ist. Natürlich ist dies wieder nur auf Kosten des Wegesmöglich [§ 19j.
37. Hydrostatischer Druck heißt der Druck, den eineFlüssigkeit auf die Flächeneinheit ausübt. Betrachten wir zunächstden Bodendruck. Für diesen gilt das sogenannte hydrostatischeParadoxon: er hängt nämlich für dieselbe Flüssigkeit ausschließlichab von der Größe der Grundfläche und der Höhe der Flüssigkeits-säule, aber nicht von der Form des Gefäßes. Es ist also z. B. inFig. 21 A — C der Bodendruck überall gleich groß. Dies kannexperimentell bewiesen werden, ergibt sich aber auch durch folgende
Fig. 20.
1 vd(0(> Wasser, avköq Röhre.