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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmazeuten : mit 125 Abb.
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Mechanik.

Da die Schwingungszeit eines Pendels von seiner Länge abhängt,alle Körper aber durch Wärme ausgedehnt werden, so gibt es soge-nannte Kompensationspendel, bei denen die Pendelstange aus2 Metallen von verschiedener Ausdehnungsfähigkeit so zusammen-gesetzt ist, daß keine Längenveränderung stattfindet.

Von den vielen Anwendungen des Pendels sei hier nur das Echappe-ment der Pendeluhren besprochen. An der Welle W (Fig. 19) ist einGewicht P aufgewunden, das durch seinen Fall die Welledreht. Um die Beschleunigung durch das Gewicht in einegleichmäßige Geschwindigkeit zu verwandeln, greift deran der Pendelstange befestigte Doppelhaken hh' in dasmit der Welle to verbundene Zahnrad ein, so dass dasRad, und damit auch die Welle, bei jeder Doppelschwin-gung nur um einen Zahn vorrücken kann. Zugleich wirdaber auch die Reibung, welche die Pendelbewegung all-mählich vernichten würde, kompensiert, indem das Pendeljedesmal einen kleinen Stoß bekommt, wenn der Hakenaus dem Zahnrad herausgeht.

Erwähnt sei noch der Foucault'sche Pendelver-such. Foiicaült zeigte nämlich, daß ein sehr langes, mitmöglichst geringer Eeibung aufgehängtes, schweres Pendelallmählich scheinbar seine Schwingungsebene ändert. InWirklichkeit beruht dies auf der Achsendrehung der Erde,die somit hierdurch zum ersten Male direkt nachgewiesenwurde. An den Polen würde die scheinbare Drehung derPendelebene innerhalb von 24 Stunden 360° betragen; amÄquator ist sie =0, an anderen Orten dem Sinus dergeographischen Breite proportional.

§ 34. Elastizität 1 heißt die Eigenschaft einesKörpers, nach einer Deformation die ursprüngliche Gestalt wieder anzu-nehmen. Doch versteht man darunter auch den Widerstand gegeneine Formveränderung (s. u.) Alle elastischen Körper und dazugehören in gewissem Sinne auch Gase und Flüssigkeiten sind imPendelgleichgewicht. Es gilt also der Satz: Die Elastizität istproportional der Intensität der deformierenden Kraft. Nachden einwirkenden Kräften unterscheidet man Zug-, Druck-, Biegungs-,Drehungs- (Torsions-) Elastizität. Ein Körper heifit vollkommenelastisch, wenn er nach Aufhören der Kraft seine frühere Gestaltwieder vollkommen annimmt, z. B. Kautschuk. Im Gegensatz dazusteht z. B. Wachs. Elastische Wirkung findet aber stets nur bis zueiner gewissen Grenze, der Elastizitätsgrenze, statt. Wird dieeinwirkende Kraft zu groß, so nimmt der Körper dauernd eine andereP'orm an, er wird zertrümmert, reißt etc. Unter Größe der Elasti-

Fig. 19.

1 iXaaxrq der Treiber, von ikavvo) treiben, stoßen.