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Ätherische Öle.
Kümmelöl, Oleum Carvi, aus den Früchten von Carum Carvi. Das Kümmelöl
ist anfangs farblos und wird mit der Zeit gelb. Spezifisches Gewicht 0,907—0,915,a^°= + 70 bis +80°. Es löst sich im gleichen Raumteil offizinellem und in 30 Raum-feilen verdünntem Weingeist und besteht zu annähernd gleichen Teilen aus Carvon,C 10 Hi 4 O, xind d-Limonen, C 10 H 16 . Die reifen Früchte sind reicher an Carvon, dieunreifen reicher an Limonen. Die Konstitutionsformel des Carvons s. S. 358, seineEigenschaften S. 360. Zum Unterschiede von Kümmelöl ist es schon in 2 T. unver-dünntem Weingeist klar löslich. Es wird durch wiederholte fraktionierte Destillation,aus dem Kümmelöl gewonnen.
Anisöl, Oleum Anisi, aus der Frucht von Pimpinella Anisum. Es ist farblosoder schwach gelb und erstarrt leicht bei 15—19° zu einer Kristallmasse, die bei15° zu schmelzen beginnt und sich bei 19—20° völlig verflüssigt. Spezifisches Ge-wicht bei 20° 0,980—0,990, a^° bis —2°. Es löst sich in dem dreifachen Volumen
/CH = CH — CH 3 (1)offizinellem Weingeist, Anisöl enthält 80—90% Anethol, C ß H d <
06 4X OCB\, (4),
/CH, — CH=CH., (1)und ferner das ihm isomere Methylchavicol, C r H,\ . Ane-
' 6 4X 0CR, (4)
thol, der bei gewöhnlicher Temperatur feste Bestandteil des Anisöls, bildet eine weiße,kristallinische Masse von sehr aromatischem Geruch und süßem Geschmack, schmilztbei 20—21° und siedet bei 232—234°. Anethol findet sich auch im Sternanisölund im Fenchelöl. Bei der Oxydation liefert es Anisaldehyd (S. 312).
Fenchelöl, Oleum Foeniculi, aus den Früchten von Foeniculum vulgare. Esist farblos, riecht stark aromatisch und schmeckt süßlich, dann campherartig bitten.Spezifisches Gewicht 0,965—0,975, cc^° = +12° bis +24°. Es "löst sich in jedem
Verhältnis in offizinellem Weingeist. Beim Abkühlen unter 0° scheidet das FenchelölKristalle von Anethol ab und erstarrt schließlich vollständig. Bei langsamem Er-wärmen findet erst bei 5—6° vollständiges Schmelzen statt. Der wertvollste Be-standteil des Fenchelöls ist das Anethol (s. Oleum Anisi), wovon es 50—60%enthält. Ferner enthält es ein Fenchon genanntes Keton, C 10 H 16 O (S. 361 u. 364),das den bittern und campherartigen Geschmack hervorruft. In den niedrig siedendenAnteilen sind zwei Terpene enthalten, nämlich Pincn und Dipenten.
Wintergrünöl, Oleum Gaultheriae, Gaultheriaöl, das ätherische Öl einerin Nordamerika heimischen Ericacee, Gaultheria procumbens, ist frisch destilliertfarblos, färbt sich aber an der Luft bald rötlich und besitzt stark gewürzhaften Ge-ruch und süßlichen Geschmack. Spezifisches Gewicht 1,180—1,187, Siedcp. 218—221".
/OHEs besteht zu 99% aus Salicylsäureinethylester, C e H 4 \ (S. 328), das
COO•CH 3letzte Prozent besteht aus Kohlenwasserstoffen und sauerstoffhaltigen Verbindungen,die die Verschiedenheit seines Geruchs von reinem Salicylsäureinethylester bedingen.
Rosmai'inöl. Oleum Rosmarini, aus den Blältern von Bosmarinus offidnalis.Es ist farblos oder schwach gelb, von campherartigem Geruch und gewürzigem, bilterm,kühlendem Geschmack. Spezifisches Gewicht 0,900—0,920. Es löst sich in derHälfte seines Volumens offizineilen und in 10 Volumen SOprozentigen Weingeists. Esenthält Pinon, Camphen, Cineol, Campher, Borncol und geringe Mengenvon Estern.
Lavendelöl, Oleum Lavandulae, das ätherische Öl der Blüten von Lavandulaspiea, die namentlich in den höheren Bergregionen der nördlichen Mittelmeerländervorkommt. Es ist farblos oder schwach gelblich, von sehr angenehmem Geruch undstark aromatischem, etwas bitterm Geschmack. Spezifisches Gewicht 0,882—0,895,a^° = —3° bis —9°. Lavendelöl löst sich bei 20° in 3 T. verdünntem Wein-geist. Sein Hauptbestandteil ist der Essigsäureester des 1-Linalools, das Linalylacetat,C J0 H 17 O. CO • CH 3 (S. 366), das 30—45% des Öls ausmacht. Ferner enthält es inreichlicher Menge freies Linalool, C 10 H 17 • OH, wenig Geraniol, C I0 H 17 • OH, undsehr geringe Menge von Cineol und Pinen. Die Qualität des Öls hängt vonseinem Gehalt an Liraalvlacctat ah, das durch Verseifung bestimmt wird, die nachder Gleichung erfolgt:
C 10 H 17 O • CO • CH, + KOH = C 10 H 17 • OH + CII 3 • COOK.Die Ausführung erfolgt nach der S. 370 angegebenen Methode. Die Ksterzahl sollwenigstens 84 betragen, was einem Mindestgehalt von 29,3% Linalylacetat entspricht.Es sind auch Verfälschungen mit Estern anderer Säuren, wie Oxalsäure und