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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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Terpene und Campher.

Campher durch Lösen in Soda getrennt, durch Salzsäure wieder ausgefällt und ausWasser umkristallisiert.

Prüfung. Man prüft die kaltgesättigte Lösung auf Nitrate, Chloride und Sulfate.Camphersäure muß ohne wägbaren Rückstand verbrennen. Die Reinheit ergibt sichferner aus dem Resultat der Titration. Hierzu löst man die bei 80° getrocknete!Camphersäuro in Weingeist und titriert mit 1 / 10 -Normal-Kialilauge unter Anwendungvon Phenolphtalein als Indikator.

Borneol, Ci 0 H 17 ■ OH, ist der dem Campher entsprechende sekun-däre Alkohol (Formel S. 361) und wird auch als Borneocamphe>rbezeichnet. Er findet sich in den Stämmen des auf Borneo und Sumatraheimischen Baums Dryobanalops camphora, ferner im Bosmarinöl undim Spicköl. Borneol bildet eine flüchtige, nach Campher riechendeKristallmasse, die bei 203° schmilzt. Es existiert, wie der Campher,in mehreren optisch aktiven Formen. Das gewöhnliche Borneol istrechtsdrehend. 1-Borneol findet sich im Baldrianöl (Baldriancampher).Durch Oxydation geht Borneol in Campher über und entsteht aus diesemdurch Reduktion. Das im Terpentinöl vorkommende Pinen läßt sichin Borneol überführen, womit ein Weg gegeben ist, vom Terpentinölzum Campher zu gelangen.

Camphen, C 10 H le , ist das einzige in der Natur vorkommende, bei gewöhnlicherTemperatur feste Terpen. Es ist sehr verbreitet, findet sich im Campher-, Baldrian- undCilronenöl und im französischen und amerikanischen Terpentinöl in der linksdrehenden,im Ingwer- und Spicköl in der rechtsdrehenden Form. Es schmilzt bei 48—50 °und. siedet bei 160°. Das Camphen entsteht auch aus Borneol, wenn dessenHvdroxyl durch Chlor ersetzt und aus dem Bornylchlorid Chlorwasserstoff abge-

spalten wird: (^„.OH "* C >° H " C1 "* C - H -

Borneol. Bornylchlorid. Camphen.

Camphen besitzt, wie die Konstitutionsformel S. 361 zeigt, eine andere Anordnungder Kohlenstoffatome als Borneol, es muß also bei diesem Übergange eine Einlagerungstattfinden.

Fenehon, C 10 H 16 O (S. 361), ein Isomeres des Camphers, kommt in zwei optischaktiven Formen vor: als d-Fenchon im Fenchelöl und als 1-Fenchon im Thujaöl. DasFenehon siedet bei 190—195° und schmilzt bei +5°. Auch das Fenehon läßt sich,wie der Campher, zu einem sekundären Alkohol, C 10 H 17 • OH, dem Fenchylalkohol,reduzieren, aus dem durch Wasserabspaltung ein Terpen, das Fenehon, C 10 H 16 ,entsteht.

B. Kombination eines sechsgliedrigen und einesviergliedrigen Ringsystems.Der wichtigste Vertreter dieser Gruppe ist das Pinen, der Haupt-bestandteil des Terpentinöls. Das aus den Nadelhölzern ausfließendeHarz, das Terpentin, liefert bei der Destillation mit Wasserdampf alsDestillat Terpentinöl, als Rückstand Kolophonium. Pinen findet sichaber auch als Begleiter anderer Terpene in zahlreichen ätherischenÖlen. Es tritt in einer rechtsdrehenden und einer linksdrehendeinModifikation auf. Das Pinen des deutschen, russischen und schwe-dischen Kiefernadelöls ist d-Pinen, das des französischen 1-Pinen. Essiedet bei 155—156°, nimmt aus der Luft Sauerstoff auf and verharztallmählich.

H 3 C CH

" | i

| H.C-C.CH,

CH 9

H,C

CH — CH,

H,C-C-CH,

HC- =C- ->CHCH 3

Pinen.

C1HC -..... - C ■

CH,

CILPinenhydrochlorid (Bornylchlorid).