Inden und Fluoren.
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Eine allgemeine Synthese von Phenanthrenderivaten ergibt sieh aus der Über-führung von o-Aminiophenylzimtsäure (I) in ihr Diazochlorid (II), durch dessen Be-handlung mit Kupferpulver unter Austritt von Stickstoff und Chlorwasserstoff Phen-anthrencarbonsäure (III) entsteht, die durch Kohlendioxydabspaltung in Phenanthrenübergeht:
. H 2 N-C 6 H 4 -CH TT C1N 2 -C 6 H 4 -CH C 6 H 4 -CH
J II —> II II -v 111 I ll
C 6 H 6 -C—COOH C 6 H 5 -C —COOH C 6 H 4 —C —COOH
Diese Synthesen zeigen, daß das Phenanthren als ein Dipbenyl aufzufassen ist, indem zwei zur gegenseitigen Bindung orthoständige Kohlenstoffatome durch die Brücke— CH = CH — verbunden sind. Diese Brücke wird leichter angegriffen als die beidenBenzolringe der Diphenylgruppe. So entsteht durch Oxydation des PhenanthrensPhenanthrenchinon und durch weitere Oxydation Diphensäure (339):
C 6 H 4 — CH
COOH
C G H, — CHPhenanthren.
C C H 4 - COPhenanthrenchinon.
C 6 H 4 — COOHDiphensäure.
Dieser Abbau zur Diphensäure stellt einen der wichtigsten Beweise für dis Phenanthren-formel dar.
Das Phenanthrenchinon bildet orangegelbe Nadeln und ist als Orihochinongeruchlos und nicht flüchtig (S. 306).
Von den Derivaten des Phenanthrens sind namentlich die Hvdroxylsubstitutions-Produkte für die Aufklärung der Konstitution der vorhin genannten Alkaloide vonWichtigkeit, sie sollen daher im Zusammenhange mit diesen besprochen werden.
Ein Kohlenwasserstoff, C 1S H 18 , Re.ten, der im Teeröl von Nadelhölzern vorkommt,ist Methylisopropylpbenanthren. Kohlenwasserstoffe mit mehr als 3 kondensiertenRingsystemen sind ebenfalls bekannt. Es gehören hierher das Fluoranthen, C 15 H 10 ,Pyren, C 16 H 10 , Chrysen, C 18 H 12 , und das Pycen, C 2 »H 14 . Sie finden sich sämtlichin den höchstsiedenden Anteilen des Steinbohlenteers, sind aber ohne größeres Interesse.
D. Inden und Fluoren.
Während die bisher besprochenen kondensierten Systeme sich stets aus sechs-gliedrigen Kohlenstoffringen zusammensetzen, liegen im Inden und Fluoren zweiKohlenwasserstoffe vor, die eine Kombination von sechs- und fünfgliedrigen Ringendarstellen.
Inden. C 9 H S , ist im Steinkohlenteer enthalten. Es bildet eine bei 180° siedendeFlüssigkeit von eigentümlichem Geruch, die an der Luft bald verharzt. Der Kohlen-
CH
hc/ x Q
HC
CH
CHCH
CH CH,Inden.
HCT X C------ jCH 2
HC^/Cx/CH,
CH CH,Hydrinden.
stofffünfring des Indens besitzt die Konstitution des Cyclopentadiens (S. 253) undjst durch dieselbe Reaktionsfähigkeit der Methylenwasserstoffatome ausgezeichnet,Durch Reduktion nimmt das Inden leicht zwei Wasserstoffatome auf und geht inHydrinden über, das ebenfalls im Steinkohlenteer vorkommt.
Fluoren, C 13 H 10 , findet sich ebenfalls im Steinkohlenteer und kann als Di-phenylenmethan bezeichnet werden. Es entsteht beim Hindurchleiten von Dipbonyl-methan durch glühende Röhren:
CH CH
HCj^CH Hc/^jCHHC \/C X/ C\^CH
CH CH 2 CHDiphenylmethan.
CH
CH
CH[ X V -f(jH
CH CH, CHFluoren.
CH CH
chL /Cx/ c\^ch
CH CO CHFluorenon.
Fluoren bildet bei 113° schmelzende Blättchen mit blauer Fiuorescenz, woher esseinen Namen hat. Es besitzt saure Natur, was sich an der Bildung eines Kalium-
Scholtz, Pharmazeutische Chemie. II. 23