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2 (1912) Organischer Teil
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Teer.

mit starker Schwefelsäure, hierauf mit Wasser und schließlich mitNatronlauge durchschüttelt wird. Hierdurch werden basische undsaure Bestandteile entfernt,* während Olefine und andere Verbin-dungen zerstört werden. Die Schwefelsäure nimmt die Pyridin-basen auf, die aus ihr wiedergewonnen und zur Denaturierung desSpiritus verwandt werden. Die gereinigten Kohlenwasserstoffe werdenschließlich einer sehr sorgfältigen Destillation aus Kolonnenapparatenunterworfen, wodurch die einzelnen Glieder mehr oder wenigervollständig voneinander getrennt werden. Man gewinnt hierdurchBenzol und Toluol in reinem Zustande, während die drei Xylole, derenSiedepunkte einander sehr nahe liegen, als Gemisch erhalten werden.Aus dem Mittelöl wird besonders das technisch sehr wichtigeNaphtalin, ein Kohlenwasserstoff der Zusammensetzung C 10 H 8 , ge-wonnen, der sich allmählich kristallinisch ausscheidet. Ferner findetsich hier die Hauptmenge des Phenols und. der Kresole, die sich beimSchütteln des Öls mit Natronlauge in diesem lösen und durch Säurenaus ihr wieder abgeschieden werden. Das Schweröl stellt ein sehrkompliziertes Gemisch der verschiedensten hochsiedenden Kohlen-wasserstoffe dar, enthält aber auch Kresole, Naphtole usw. Es wirdin der Begel nicht weiter zerlegt, sondern als Imprägnierungsmittelfür Eisenbahnschwellen, Balken für Brückenbauten usw. verwendet.Das Anthracenöl dient zur .Gewinnung des Anthracens, daswegen seiner Verarbeitung auf Alizarin besonders wertvoll ist. DasPech, das über die Hälfte des Teers ausmacht, wird als Feuerungs-material, zur Bereitung von künstlichem Asphalt, zur Brikettfabrikationund nach der Verdünnung mit Schweröl zum Anstrich von Holz undzur Dachpappenfabrikation benutzt.

Der Gehalt des Steinkohlentecrs an Benzol und Toluol beträgt1 -1,5 o/o, während er mehr als 5°/o Naphtalin enthält. Von demMechanismus der Bildung des Benzols und seiner Derivate bei derDestillation der Steinkohlen haben wir keine begründete Vorstellung.Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß sie nicht in der Steinkohle ent-halten sind, sondern sich durch Umsetzungen unter dem Einfluß derhohen Temperatur bilden. Auch viele andere nicht flüchtige orga-nische Substanzen geben bei der trocknen Destillation die gleichenZersetzungsprodukte.

Holzteer. Die trockne Destillation des Holzes liefert außer gas-förmigen Produkten und Holzkohle Methylalkohol, Aceton, Essigsäureund einen Teer, der Paraffin, aromatische Kohlenwasserstoffe, phenol-artige Verbindungen (Phenol, Kreosol, Guajacol), aber auch harzigeStoffe enthält, dessen Zusammensetzung jedoch je nach der Holzartverschieden ist. Laubhölzer liefern einen an Kreosot reicheren Teer,der aus Nadelhölzern ist reicher an harzigen Stoffen. Vom Steinkohlen-teer unterscheidet sich der Holzteer durch das Fehlen basischer Be-standteile (Anilin, Pyridin usw.). Er dient hauptsächlich als Schutz-anstrich für Holz und Mauerwerk. Der wegen seiner antiseptischenEigenschaften medizinisch angewandte Holzteer, Pix liquida, wird ausNadelhölzern, namentlich Pinus sylvestris und Larix sibirica, gewannen.Er ist braunschwarz, durchscheinend, von kräftigem Geruch und.schwerer als Wasser (wodurch er sich von manchen andern Teeren,z. B. dem aus Braunkohlen, unterscheidet). Wird er mit Wasser durch-