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Nitroglycerin.
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Das Äthylendiamin, C 2 H A (NH 2 ) 2 , vermag Silberphosphat in Wasser löslich zuMachen. Aus dieser Lösung wird das Silber weder durch Natriumchlorid noch durchEiweiß gefällt. Eine solche Lösung von 10 T. Silberphosphat und 10 T. ithylen-diainin in 100 T. Wasser findet als Argent,amin zur Einspritzung hei GonorrhöeAnwendung.
Tetramethyl-1,4 - diaminobutan, (CH 3 ) 2 N • CH 2 • CH 2 . CH 3 . CH 2 . N(CH 3 ) 2 ,kommt neben den eigentlichen Solanaeeenalkaloiden in Hyoseyamus muticus vor.
Ester mehrwertiger Alkohole.
Von den Estern mehrwertiger Alkohole besitzen die des Gl yc er insein hervorragendes praktisches Interesse.
Nitroglycerin, C 3 H 6 (0 • N0 2 ) 3 , ist der Salpetersäureester desGlycerins und mithin als Glycerintrinitrat zu bezeichnen. Es ent-steht durch Einwirkung eines Gemisches von Salpetersäure undSchwefelsäure auf Glycerin. Die Schwefelsäure dient hierbei nurz ur Bindung des Wassers:
CH 2 OH CH 2 • 0 • N0 2
CH-OH + 3HNO„ = CH-0-N0 2 + 3H 2 0CH 2 • OH CH, • 0 ■ N0 3 .
Das Nitroglycerin scheidet sich aus dem Säuregemisch als Öl abund wird durch Waschen mit Sodalösung und Wasser gereinigt undgetrocknet Nitroglycerin wird durch Kalilauge zu Glycerin undKaliumnitrat verseift; es ist daher, wie auch seine Strukturformel er-kennen läßt, ein wahrer Ester, d. h. die Nitrogruppe NO» ist in ihma n Sauerstoff gebunden, und nicht, wie bei den eigentlichen Nitro-körpern, an Kohlenstoff (S. 84).
Das Nitroglycerin ist eine faxblose, ölige, süßlich schmeckendeFlüssigkeit von giftiger Wirkung. Es besitzt das spezifische Ge-richt 1,60, erstarrt bei -j-8° und löst sich nicht in Wasser, wohlaber in Alkohol und Äther. Seine technische Bedeutung beruht aufseiner Eigenschaft, sich unter der Wirkung von Schlag und Stoßunter äußerst heftiger Explosion zu zersetzen. Durch Erwärmenwird es weniger leicht zur Explosion gebracht, in dünner Schichtv erbrennt es sogar ohne Detonation. Das reine Nitroglycerin ist in-dessen durch seine flüssige Beschaffenheit und seine leichte Explodier-barkeit als Sprengmittel ungeeignet, man läßt es daher nach demVorschlage des schwedischen Ingenieurs Nobel von Kieseiguhr, derau s einer Anhäufung von Diatomeenpanzern besteht, aufsaugen undSendet es in diesem Zustande als Dynamit an. Das Dynamit ent-hält etwa 75 o/ 0 Nitroglycerin und 25 o/o Diatomeenerde. Es ist nichts ° empfindlich gegen Schlag und Stoß wie Nitroglycerin, wird aberdurch explodierendes Knallquecksilber zur Explosion gebracht. Manversieht daher Dynamitpatronen mit einer Zündkapsel, die zuerst zurEntzündung gebracht wird. Die Verwendung des" Kieselguhrs ist beiuen neueren Sprengmitteln vermieden, die aus einer zu einer Gallerteerstarrenden Lösung von Kollodiumwolle in Nitroglycerin bestehen.Diese Sprenggelatine enthält nur organische Verbindungen und gibtdaher bei der Explosion nur gasförmige Produkte.
Das Nitroglycerin ist in sehr kleinen Dosen in alkoholischer Lösung, die unter"cm Namen Glonoin und Angioneurosin in den Handel kam, oder in Nitroglycerin-