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2 (1912) Organischer Teil
Entstehung
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Amylnitrit. Äther-

halten, die das Eintreten saurer Reaktion verhindern. Solange das Präparat nocheine genügende Menge Äthylnitrit enthält, zeigt es folgende Reaktion : Schichtetman es über ein Gemisch gleicher Volume Ferrosulfatlösung und konzentrierterSchwefelsäure, so entsteht an der Berührungsfläche beider Flüssigkeitsschichteneine braune Zone. Der Säuregehalt des Präparats darf höchstens so groß sein,daß 10 cem nach Zusatz von 0,2 cem Normal-Kalilauge Lakmuspapier nicht röten.

Amylnitrit, C 5 H U • 0 • NO (Isoamylnitrit), Amylium nitrosum, isteine gelbliche Flüssigkeit von fruchtarligem Geruch, brennend gewürz-haftem Geschmack, dem Siedepunkt 95—97° und dem spezifischem Ge-wicht 0,875—0,885. In Wasser löst es sich sehr wenig, aber in jedemVerhältnis in Weingeist, Äther, Chloroform und Benzol. Seine me-dizinische Anwendung erfolgt durch Einatmen. Schon der Gerucherzeugt Hitzegefühl, Rötung des Gesichts, Herzklopfen und Kopf-schmerz. Es ist von beschränkter Haltbarkeit und wird namentlichdurch das.Licht leicht zersetzt. Mit den weniger kohlenstoffreichenAlkoholen setzt es sich um, so bildet es mit Äthylalkohol Äthylnitrit:

C 6 H U • 0 • NO + CA -OH = ' C 6 H U • OH -f C 2 H., • 0 • NO.Äthylalkohol darf ihm daher nicht zugesetzt werden.

Darstellung. Man gewinnt das Amylnitrit durch Einleiten von gasförmigemSalpetrigsäureanhydrid in mäßig erwärmten Gärungsamylalkohol :2 Cr,E u ■ OH + N 2 0 3 = 2 C 5 H U • 0 • NO -f H,0.

Man hüte sich hierbei vor dem Einatmen der Dämpfe, das schwere Vergiftungenzur Folge haben kann. Aus einem Kolben entwickelt man durch Erwärmen von arsemgerSäure oder von Stärke mit Salpetersäure Salpetrigsäureanhydrid (vgl. Bd. I, S. 174)und leitet die rotbraunen Dämpfe in reinen Gärungsamylalkohol, der sich in einermit Kühler versehenen Retorte befindet und durch ein Wasserbad auf 100° erwärmtwird. Das entstehende Amylnitrit destilliert sofort über, wird durch Schütteln mitverdünnter Sodalösung von salpetriger Säure befreit, über Chlorcalcium getrocknetund nach Zusatz von etwas gebrannter Magnesia rektifiziert, wobei die zwischen97 und 99° übergehenden Anteile aufgefangen werden.

Prüfung. Luft und Licht wirken zersetzend auf Amylnitrit, wobei es saureReaktion annimmt. Diese darf in dem medizinisch angewandten Präparat nur sehrgering sein, so daß eine Mischung von 5 cem Amylnitrit, 0,1 cem lOprozentigemAmmoniak und 1 cem Wasser nach dem Durchschütteln noch alkalisch reagiert. —Durch Oxydation des Amylalkohols könnte Valeraldehyd, C 5 H 10 O, entstehen, denman an seiner reduzierenden Wirkung erkennen würde. Man mischt 1 cem Amyl-nitrit mit 1,5 cem öprozentiger Silbernitratlösung, 1,5 cem absolutem Alkohol undeinigen Tropfen Ammoniak und erwärmt gelinde. Es darf hierbei keine Dunkel-färbung infoige der Ausscheidung von Silber eintreten. — Einen Wassergehalt er-kennt man an der Trübung, die das Präparat bei 0° erleidet.

Borsäureester.

Von den Estern der andern anorganischen Säuren seien noch die der Bor-säure erwähnt, die unzersetzt flüchtig sind und mit grüner Flamme brennen. Aufder Bildung des Borsäuretriäthylesters, B(OC 2 H ä ) 3 , beim Vermischen eines Boratsmit Alkohol und Schwefelsäure beruht der Nachweis der Borsäure durch Flammen-färbuna.

Äther.

Wird in den Alkoholen der Wasserstoff des Hydroxyls durch einAlkyl ersetzt, so entstehen Verbindungen, die man Äther nennt. Fürihre Bildung kommen mehrere Methoden in Betracht.

1. Bei der Einwirkung von Halogenalkyl auf Natriumalkoholatwird das Natrium durch Alkyl ersetzt. Ist das eintretende Alkyl