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Ester der Schwefelsäure.
Ester der Schwefelsäure.
Der saure Äthylester der Schwefelsäure, CoH ä • HS0 4 , Äthyl-Schwefelsäure genannt, entsteht beim Vermischen von Alkohol mitSchwefelsäure:
C 2 H 5 -OH + H 2 S0 4 = C 2 H 5 HS0 4 + H 2 0,
doch ist die Veresterung keine vollständige. Äthylschwefelsäure unter-unterscheidet sich von der Schwefelsäure durch die Löslichkeit ihresBarium- und Bleisalzes in Wasser. Hierdurch kann sie leicht von derSchwefelsäure getrennt werden, indem man diese durch Bleikarbonatin Bleisulfat verwandelt und im Filtrat das Bleisalz der Äthylschwefel-säure durch Schwefelwasserstoff zersetzt. Die Äthylschwefelsäurebildet gut kristallisierende Salze, wie C 2 H 5 KS0 4 . Die reine Säure isteine farblose, ölige Flüssigkeit von stark saurer Beaktion. Sie zerfälltlangsam in Alkohol und Schwefelsäure und löst sich leicht in Wasserund Alkohol, aber nicht in Äther. Eine Mischung aus 1 I. Schwefel-säure und 3 T. offizinellem Weingeist ist als Mixtura sulfurica acida(Hallesches Sauer) in medizinischem Gebrauch; sie stellt eine Auf-lösung von Äthylschwefelsäure in viel Alkohol dar. (Bei der Dar-stellung wird die Schwefelsäure in dünnem Strahle unter stetem Um-rühren in den Weingeist gegossen, nicht umgekehrt!)
Von den neutralen Estern der Schwefelsäure ist namentlichdas Dimethylsulfat, (CH 3 ) a S0 4 , von Wichtigkeit. Es entsteht bei derEinwirkung von Methylalkohol auf rauchende Schwefelsäure und isteine ölige, giftige, die Schleimhäute stark angreifende Flüssigkeit. Esfindet vielfach an Stelle von Methyljodid Verwendung, um Methyl inandere Verbindungen einzuführen. Siedepunkt 188°. Das Diäthyl-sulfat, (C 2 H 5 ) 2 S0 4 , ist von angenehmem, pfeffermünzartigem Geruch undsiedet bei 208°. Die neutralen Ester sind unlöslich in Wasser, aberlöslich in Äther.
Ester der schwefligen Säure.
Für die schweflige Säure kommen zwei Formeln in Betracht :
HCkHO 7
und
FkHCK
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Bei der Einwirkung von Alkoholen auf Thionylchlorid entstehen Verbindungen,die als Ester der symmetrisch konstituierten Säure (I) aufzufassen sind:
-Cl
0:S
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OC.H,
" 4-2 HClOC„H 5 T
0:S< +2C 2 H,-OH =X C1
Thionylchlorid. Diäthylsulfit.
Salze der entsprechenden sauren Ester entstehen durch Einwirkung vonSchwcfeldioxyd auf Natriumalkoholat in alkoholischer Lösung als sehr leicht zer-setzliche Verbindungen. Ihnen isomere, beständige Verbindungen, die sich vonder unsymmetrischen schwefligen Säure (II) ableiten, erhält man durch Ein-wirkung von Natriumsulfit auf Joda'kyle :
Na 2 S0 3 + C 2 H 5 J = C 2 H 5 • S0 3 Na + NaJ.
Daß dieser Verbindung die unsymmetrische Formel zugrunde liegt, und daßdas Äthyl an Schwefel gebunden ist, ergibt sich daraus, daß sie auch durch Oxy-dation des Merkaptans, C 2 H 5 SH, gewonnen werden kann. Man nennt diese saurenEster der unsymmetrischen schwefligen Säure Sulfonsäuren oder Sulfosäuren.Ihre Entstehung aus den schwefligsauren Salzen ist der Grand, weshalb man auchdiesen die unsymmetrische Formel zuschreibt (Bd. I, S. 140).
Äthylsulfonsäure, C ä H 6 • S0 3 H, ist eine sehr beständige, starke, in Wasserleicht lösliche Säure, die beim Kochen mit Alkalien nicht verseift wird; die Bindungdes Äthyls an Schwefel ist also viel fester als die an Sauerstoff. Ihr Äthylester,