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Platin.
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In derselben Weise, wie sich diese Verbindungen von der Blausäure ableiten,leiten sich auch komplexe Piatinoverbindungen von der salpetrigen und der schwef.-"gen Säure ab. Das Piatinonitrit, Pt(N0 2 ) 2 , ist für sich nicht bekannt, doch besitzt°s großes Interesse durch die Fähigkeit, mit andern Nitriten komplexe Verbindungenzu bilden, die weder die Reaktionen des Platins, noch die der salpetrigen Säure zeigen.JJas Kaliumpiatinonitrit, K o Pt(N0 2 ) 4 , das als eine Vereinigung von zwei MolekelenKaliumnitrit mit einer Molekel Piatinonitrit aufzufassen ist: 2KNO,+ Pt(N0 2 ) 2 =K 2 Pt(N0 2 ) 4 , erhält man durch Mischen der Lösungen von Kaliumplatinchlorür undKaliumnitrit, wobei sieh das farblose Kaliumpiatinonitrit allmählich ausscheidet: K„PtCl 4+ 4KN0 2 = K 2 Pt(N0 2 ) 4 -j- 4KCl.
Platinohydroxyd, Pt(OH) 2 , oder Platinhydroxydul, entsteht durch Einwirkungy on Kalilauge auf Platinchlorür als braunschwarzes Pulver, das sich frisch gefälltsowohl in konzentrierter Kalilauge, als auch in konzentrierten Säuren auflöst. BeimErhitzen entsteht daraus Piatinooxyd, PtO (Platinoxydul), das aber nicht wasser-frei erhalten werden kann, da es in der Wärme leicht in Platin und Sauerstoff zer-fällt. Piatinosulfid, PtS (Platinsulfür), wird als dunkelbrauner Niederschlag ausLösungen der Piatinoverbindungen durch Schwefelwasserstoff gefällt.
Platiniverbindungen.
Platinchlorid, PtCl 4 . Durch Auflösen von Platin in Königs-wasser und Eindampfen der Lösung erhält man eine rotbraune Kristall-uiasse, die aber nicht aus der Verbindung PtCl 4 besteht, sondern einekomplexe Säure aus Platinchlorid und Chlorwasserstoff, H 2 PtCl e , Platin-chlorid-Chlorwasserstorf, darstellt. Beim Erhitzen spaltet diese Ver-bindung Chlorwasserstoff und Chlor ab, erhitzt man sie aber im Chlor-strome, so verliert sie nur Chlorwasserstoff und es hinterbleibt rot-braunes, in Wasser leicht lösliches Platinchlorid, PtCl 4 . Aus seinerwässerigen Lösung kristallisiert es mit 5 Molekeln Kristallwasser.
Platinchlorid-Chlorwasserstoff, H 2 PtCl 6 , entsteht bei der Auf-lösung von Platin in Königswasser; beim Eindampfen der Lösungkristallisiert es in rotbraunen, sehr hygroskopischen Kristallen derZusammensetzung H 2 PtCl s - 6H 2 0. Dies ist die Verbindung, die in derRegel einfach als Platinchlorid bezeichnet wird und als ReagensVerwendung findet, Sie ist in Wasser, Alkohol und Äther leicht löslichu nd stellt eine typische Säure dar, indem sie mit Metallen gut cha-rakterisierte Salze bildet. Ihre wässerige Lösung reagiert sauer, sieenthält IT-Jonen und PtCl 6 "-Jonen. Durch Schwerlöslichkeit ist dasnn regulären System kristallisierende Kaliumsalz, K,PtCl G , ausge-zeichnet, während das Natriumsalz leicht löslich ist, die Platinchlor-wasserstoffsäure dient daher in der Analyse zur Erkennung des Kaliumsund zu seiner Trennung vom Natrium. Auch' die Salze des Rubidiumsund Caesiums sind schwer löslich, ebenso das Ammoniumsalz(NH 4 ) 2 PtCl 6 , Platinsalmiak, und die Salze der Platinchlorwasserstoff-säure mit vielen organischen Basen, zu denen auch die Alkaloidegehören, sie dient daher zur Erkennung und Charakterisierung derAlkaloide. Da die Lösung des Platinchlorwasserstoffs keine Chlor-jonen enthält, so wird durch Silbernitrat in der Kälte kein Silber-chlorid, sondern Silberplatinchlorid, Ag 2 PtCl 6 , gefällt, das erst beimErwärmen oder durch viel Wasser in Silberchlorid und Platinchloridzerlegt wird: Ag 2 PtCl e = 2AgCl + PtCl 4 . Beim Erhitzen verliert diePlatinchlorwasserstoffsäure ihr Kristallwasser, Chlorwasserstoff undChlor und geht in Platinchlorür, PtCL, über, das bei weiterem Er-hitzen in Platin und Chlor zerfällt. Durch Reduktionsmittel, wiePerrosulfat, ebenso durch die meisten Metalle, wird aus der Lösungmetallisches Platin gefällt.