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Gold.
kann man die Menge des Silbers bestimmen, wenn man den Punkt zu erkennen vermag,wo alles Silber ausgefällt ist. Als Indikator dient Eisenammoniumalaun (Fernammoniumsulfat). Ferrisalze geben mit Rhodansalzen dunkelrotes Ferrirhodanid,Fe(CNS) 3 , das aber erst entsteht, wenn kein Rhodan mehr zur Bildung von Silber-rhodanid verbraucht wird. Das Auftreten der roten Farbe zeigt also das Ende derReaktion an.
Man gibt, zu der auf etwa 200 ccm verdünnten salpertersauren Lösung 5 ccm ge-sättigte Ferriammoniumsulfatlösung und läßt aus einer Bürette unter stetem Umrühren1 ' 10 -Normal-Rhodanammoniumlösiung zufließen, bis bleibende Rotfärbung eintritt. Aus derGleichung: AgN0 3 + NH 4 CNS = AgCNS + NH 4 N0 3 ergibt sich, daß 1 Mol Rl odanammo-nium einem Mol (169,9 g) Silbernitrat oder einem Grammatom (107,9g) Silber entspricht, einLiter der i/^-Normal-Rhodanlösung entspricht also 10,79g und 1 ccm entspricht 0,01079 gSilber. Nach dieser Methode kann man auch Chloride in saurer Lösung bestimmen.Man gibt zu d.er auf etwa 200 ccm verdünnten Lösung des Chlorids einen Überschußvon i/jo-Normal-Silbernitratlösung, sodann 5 ccm Ferriammoniumsulfatlösung und so-viel Salpetersäure, daß die Lösung farblos ist (die Färbung rührt von der Hydrolysedes Ferrisalzes, die durch die Salpetersäure zurückgedrängt wird), und titriert denÜberschuß des Silbers mit Vio'Nonnal-Rhodanlösung. Die Rhodanlösung stellt mannicht durch Abwägen von 1 / 10 Mol NH^CNS und Auflösen zu einem Liter her, dadas Salz stets feucht ist, sondern man löst ca. 9 g davon in einem Liter Wasserund bestimmt den Gehalt dieser Lösung mit einer i/icrNormal-Silbernitratlösung,indem man 25 ccm von dieser in einem Becherglase auf 200 ccm verdünnt, mit5 ccm Eisenalaunlösung und mit Salpetersäure versetzt und mit der Rhodan-lösung titriert.
Die Halogenbestimmungen sowohl nach MOHR, als nach VOLHARDT, werden vonden Arzneibüchern zur Gehaltsbestimmung der Bromide und Jodide angewandt. Hier-bei ist zu beachten, daß z. B. ein chlorhaltiges Kaliumbromid mehr Silbernitrat ver-braucht, als reines Kaliumbromid, da das Atomgewicht des Chlor niedriger ist, alsdas des Broms, und mithin 1 g Chlor mehr Silber bindet, als 1 g Brom.
Gold, Au.
Atomgewicht 197,2.
Der Charakter der Edelmetalle ist beim Gold am stärksten aus-geprägt. Es kommt daher fast nur gediegen in der Natur vor und istaus diesem Grunde auch schon seit den ältesten Zeiten bekannt. Esfindet sich entweder auf primärer Lagerstätte als „Berggold" in Quarz-gängen oder auf sekundärer Lagerstätte in Form von Staub undKörnern als „Waschgold", das seine Entstehung der allmählichen Zer-störung der goldhaltigen Gesteinsmassen durch Atmosphäre und Wasserverdankt und dadurch in die Flußsande und Sandablagerungen dergoldführenden Gegenden gekommen ist. Gold findet sich in allenErdteilen, am reichlichsten in Amerika, Australien und Südafrika, wodie erst 1854 entdeckten Goldfelder Transvaals in kurzer Zeit großeBedeutung erlangt haben. Am seltensten ist es in Europa, wo Ungarnund Siebenbürgen die ergiebigsten Länder sind. Als das goldreichsteLand Amerikas galt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Brasilien,seitdem ist die dortige Produktion durch die Kaliforniens weit über-flügelt worden. Beinahe ebenso lange kennt man auch die GoldfelderAustraliens, wo namentlich Neusüdwales und Viktoria reiche Erträgeliefern. Die Weltproduktion an Gold ist seit 100 Jahren außerordentlichgewachsen, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrug sie imJahre durchschnittlich 23000 kg, 1908 778000 kg.
Die Gewinnung des Goldes geschieht entweder auf mecha-nischem oder chemischem Wege. Aus Gesteinen, die gediegenes Goldin nicht allzu feiner Verteilung führen, wird es durch einen einfachenSchlämmprozeß gewonnen, wobei es sich vermöge seines hohen spezi-