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Komplexe Kupferverbindungen.
Komplexe Kupferverbiiidungen.
Das Kupfer neigt sehr zur Bildung komplexer Verbindungen, dienicht mehr die Reaktionen der Kupferjonen zeigen. Dieses Bestrebenzur Komplexbildung steht im engen 'Zusammenhange mit der schwachenelektroaffin en Natur des Kupferatoms, d. h. mit seiner geringenNeigung, durch Aufnahme positiver Elektrizitätsladungen in den Jonen-zustand überzugehen. Daher ist die Fähigkeit, komplexe Salze zubilden, nur bei den Metallen stark ausgebildet, die die zweite Hälfteder Spannungsreihe bilden. Die Komplexjonen, die durch Zusammen-tritt von Metalljonen mit neutralen Molekeln entstehen, besitzen eineviel stärkere Elektroaffinität als die einfachen Metalljonen, sie bildendaher leicht lösliche und stark dissoziierende Salze.
Gibt man zu einer Lösung von Kupfersulfat Ammoniak, so fälltzunächst ein blaues basisches Kupfersulfat, Cu(OH),- CuS0 4 , das aufweiteren Zusatz von Ammoniak mit tiefblauer Farbe in Lösung geht.Aus dieser Lösung fällt Alkohol einen blauvioletten, kristallinischenNiederschlag von Kupferammoniaksulfat, Cu(NH 3 ) 4 SO i -H 3 0. Dieammoniakalische Lösung enthält die zweiwertigen Cupri-Ammoniak-jonen Cu(NH 3 ) 4 ", denen die intensiv blaue Farbe zukommt. WährendAmmoniak aus dieser Lösung kein Kupfer mehr fällt, wird es durchSchwefelwasserstoff als Kupfersulfid ausgeschieden, es ist also nochein geringer Rest von Kupferjonen vorhanden, dessen Konzentrationgenügt, um mit den Schwefeljonen des Schwefelwasserstoffs sovielKupfersulfid zu bilden, daß dessen Löslichkeitsprodukt überschrittenAvird (S. 152). Die ammoniakalische Lösung des Kupfersulfats besitztdie Fähigkeit, Zellulose (Baumwolle und Filtrierpapier) aufzulösen.
Das Kupferammoniaksulfat, Cvi(NH 3 ) 4 S04-H L ,0, Cuprum sul-furicum ammoniatum, findet in einigen Ländern zu ähnlichen Zwecken,wie das Kupfersulfat, medizinische Verwendung. Es verwittert an derLuft, indem es Ammoniak und Wasser verliert, und löst sich in 21/2 T.kaltem Wasser zu einer alkalisch reagierenden Flüssigkeit.
Zur Darstellung des Cuprum sulfuricum ammoniatum löst man 1 '1'. Kupfer-sulfat in der eben hinreichenden Menge kaltem Wasser, fügt 3 T. zehnprozentige»Ammoniak hinzu und überschichtet diese Lösung mit starkem Alkohol, worauf sichdas Salz allmählich ausscheidet.
Es existieren außerdem noch eine große Zahl anderer Kupfer-Ammoniakverbindungen, die aus den normalen Kupfersalzen durchAddition mehrerer Molekeln Ammoniak entstehen.
Kaliumcyanidlösung fällt aus den Lösungen der Cuprisalze einenbraungelben Niederschlag von Cupricyanid:
CuSO, -f 2KCN = Cu(CN), -f K»S0 4 ,
der aber schnell unter Entwicklung des giftigen Dicyangases (CN) 2in weißes Cuprocyanid übergeht:
2 Cu(CN) 9 = 2 CuCN + (CN) 2 .
Das Cuprocyanid löst sich im Überschuß des Kaliumcyanids zu farb-losem Kaliumcuprocyanid:
KCN + CuCN = KCu(CN) 2 ,
das in die Jonen K" und Cu(CN)/ dissoziiert. Natronlauge fällt ansdieser Lösung kein Kupferhydroxyd und Schwefelwasserstoff keinKupfersulfid, Kupferjonen können also nur noch in so geringer Menge