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1 (1910) Anorganischer Teil
Entstehung
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Quecksilber.

kadmiumcyanids kein Kadmiumhydroxyd fällt. Ihre geringe Konzen-tration genügt aber, um durch* Schwefelwasserstoff sämtliches Kadmiumals Sulfid zur Aus'fällung zu bringen, da zwischen den [Cd(CN) 4 ]"-Jonenund den Cd-Jonen der Lösung ein Gleichgewicht besteht:

[Cd(CN)J"~ Cd" + 4(CN)'.Werden mithin die zunächst vorhandenen Kadmiumjonen durchSchwefelwasserstoff beseitigt, so dissoziiert zur Wiederherstellung desGleichgewichts eine neue Menge der [Cd(CN)J"-Jonen, bis schließlichalles Kadmium als Sulfid gefällt ist (vgl. S. 126). Man benutzt die Fäll-barkeit, des Kadmiums durch Schwefelwasserstoff aus kaliumcyanid-halüger Lösung zu seiner Trennung vom Kupfer.

Die quantitative Bestimmung des Kadmiums geschieht in der Regelals Kadmiumoxyd oder als -sulfid.

in

Quecksilber, Hg.

Atomgewicht 200.

Das Quecksilber findet sich in der Natur in geringer Menge ingediegenem Zustande, viel häufiger in Verbindungen, namentlich alsZinnober oder Quecksilbersulfid, HgS. Die wichtigsten Fundorte sindIdria in Krain, Almaden in Spanien, Kalifornien und Peru, in Deutsch-land findet es sich an einigen Orten der Pfalz. Das gediegene Queck-silber findet sich in Tropfenform eingesprengt in Gesteinen, auch derZinnober kommt häufig eingesprengt oder als Anflug auf andern Ge-steinen vor.

Zur Gewinnung des Quecksilbers aus dem Zinnober wird dasErz entweder für sich an der Luft erhitzt:

HgS + 0 2 = Hg + S0 2 ,oder man erhitzt es mit schwefelbindenden Zuschlägen, wie Eisen:

HgS + Fe==Hg + FeS.Der Prozeß wird in Schachtöfen ausgeführt, aus denen das sich ver-flüchtigende Quecksilber in Kondensationsvorrichtungen destilliert, indenen es sich verflüssigt und aus denen es abfließt. In Idria be-stehen die Kondensationsvorrichtungen aus einer Reihe miteinanderverbundenen Kammern, in Spanien aus sogenannten Aludeln, kurzen,tönernen, bauchig erweiterten, ineinandergesteckten Röhren.

Das so gewonnene Rohmetall enthält meistens mechanisch bei-gemengte Verunreinigungen, von denen es durch Pressen durch Lederoder Leinwand befreit wird, und andere Metalle, die auf chemischemWege oder durch Destillation entfernt werden. Die Reinigung aufchemischem Wege besteht in der Behandlung mit Oxydationsmitteln,die das Quecksilber als edleres Metall weniger angreifen als unedleMetalle. Kleinere Mengen reinigt man zweckmäßig, indem man sieim Schütteltrichter mit verdünnter Salpetersäure oder mit Eisenchlorid-lösung kräftig durchschüttelt, dann mit Wasser wäscht und trocknet.Die Reinigung durch Destillation ist nur im Vakuum eine vollständige,da unter gewöhnlichem Druck auch Unreinigkeiten mechanisch mit-gerissen werden. Unreines Quecksilber ist daran kenntlich, daß esbeim Schütteln an der Glaswand eine Haut bildet, oder beim Fließenüber Schreibpapier graue Spuren zurückläßt. Das Quecksilber kommt