30Ö
Lithium,
Analytisches. Natronlauge setzt aus Ammoniumsalzen Am-moniak in Freiheit, das am Geruch erkannt wird:
NH 4 C1 + NaOH = NH 8 + H,0 4- NaCl.Es handelt sich hierbei um die Jonenreaktion: NH 4 "-j-OH'== NH 4 OH,das Ammoniumhydroxyd spaltet sich aber wieder in Wasser und Am-moniak (S. 167). Die Fällungsreaktionen des Ammoniumjons gleichendenen des Kaliumjons. Platinchlorwasserstoffsäure gibt einen gelben,,kristallinischen Niederschlag von Ammoniumplatinchlorid, (NH 4 ) 2 PtCl«(Platinsalmiak), und Weinsäure fällt aus der mit Natriumazetat ver-setzten Lösung kristallinisches Ammoniumbitartrat, C 4 H 5 O c NH 4 . Einsehr empfindliches Reagens auf Ammoniak und Ammoniumverbin-dungen ist das NESSLER'sche Reagens (eine stark alkalische Lösungvon Kaliumquccksilberjodid), das noch in den verdünntesten Lösungeneinen braunroten Niederschlag oder wenigstens eine gelbrote Färbunghervorruft. Hierauf beruht der Nachweis des Ammoniaks im Trink-wasser (S. 65).
Lithium, Li.
Atomgewicht 7,0.
Das Lithium kommt in geringer Menge in vielen Silikaten nebendem Kalium und Natrium vor, größere Mengen enthalten nur wenigeMineralien, namentlich der Lepidolith oder Lithiongiimmer, ein Alkali-Aluminium-Fluorsilikat, und der Triphylin, ein eisen- und mangan-haltiges Alkaliphosphat. Geringe Mengen finden sich häufig in Mineral-quellen, namentlich den kochsalzhaltigen, auch in der Asche mancherPflanzen ist es enthalten, so im Tabak, im Kakao und im Zuckerrohr.Der Name des Metalls ist von lithos, Stein, abgeleitet, der an seineAuffindung in Mineralien erinnern soll.
Das Lithium schließt sich den Alkalimetallen darin an, daß esnur einwertig auftritt, es zeigt aber in der Löslichkeit seiner Salzeerhebliche Abweichungen von denen des Kaliums und Natriums.Namentlich durch die Schwerlöslichkeit seines Karbonats und Phos-phats nähert es sich der nächsten Reihe des periodischen Systems,den Metallen der Calciumgruppe, so daß es als Übergangsglied zwischenbeiden Gruppen gelten kann. Es besitzt von allen Alkalimetallendas niedrigste Atomgewicht, den höchsten Schmelzpunkt und den amwenigsten ausgeprägten elektropositiven Charakter. Das metallischeLithium, das durch Elektrolyse des geschmolzenen Chlorids ge-wonnen wird, hat das spezifische Gewicht 0,53 und ist damit derleichteste aller bei gewöhnlicher Temperatur festen Stoffe. Es istein silberweißes Metall, das bei 186° schmilzt, ist härter als Natriumund viel weniger reaktionsfähig als dieses. An feuchter Luft oxydiertes sich, doch wirkt es. auf Wasser mit viel geringerer Heftigkeit alsNatrium. Lithium und seine Verbindungen färben die Flamme lebhaftkarmoisjnrot, was zu seiner Erkennung dient. Das Lithiumspektrumzeigt eine helle Linie im Rot und eine schwächere im Orange. Inder Medizin gelten die Lithiumsalze als harnsäurelösende Mittel, dadas Lithium ein leicht lösliches harnsäures Salz bildet, namentlichdas Karbonat wird hierzu verwandt, die Quellen von Baden-Badenund Kreuznach dienen wegen ihres Lithiumgehalts als Heilmittel gegenBlasenleiden und Gicht.