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1 (1910) Anorganischer Teil
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Spektralanalyse.

sich, daß die Alkalimetalle die größten Atomvolume besitzen und daßdie Atomvolume der zu einer natürlichen Gruppe gehörenden Ele-mente nicht sehr voneinander abweichen.

Spektralanalyse.

Fällt das Licht eines zur Weißglut erhitzten festen oder flüssigenKörpers durch ein Glasprisma, so wird es in ein farbiges Band oderSpektrum zerlegt, das vom Rot über Orange — Gelb — Grün — Hell-blau — Dunkelblau bis zum Violett sämtliche Farben enthält. DieErscheinung beruht darauf, daß die verschiedenen Farben Lichtstrahlenverschiedener Wellenlänge entsprechen und die Strahlen mit kleinerWellenlänge, das sind die des violetten Endes des Spektrums, beimÜbergange in ein dichteres Medium eine stärkere Brechung erleidenals die mit großer Wellenlänge, das sind die roten Strahlen. Andersverhält sich das Licht, das von einem glühenden Gase ausgeht. Eswird durch das Prisma ebenfalls zerlegt, aber nicht in ein fortlaufendesBand, sondern in einzelne helle Linien, die in ihrer Lage bestimmtenFarben des Spektrums entsprechen. Diese farbigen Linien sind fürjedes Element andere, und sie können daher zur Erkennung und Unter-scheidung der Elemente dienen. Namentlich 1 die meisten Metalle zeigensehr charakteristische Linienspektra, wenn sie selbst oder eine ihrerVerbindungen in eine farblose Flamme gebracht werden. Auf der amSchlüsse des Buches befindlichen Spektraltafel sind die Spektren derDämpfe einer Anzahl Metalle wiedergegeben, die die Lage und Anzahlihrer Linien zeigen. Der erste, mit schwarzen Linien versehene Streifender Tafel gibt das Spektrum des Sonnenlichts wieder und ein Ver-gleich mit den Linienspektren der Metalle zeigt, daß sich die dunklenStreifen im Sonnenspektrum an denselben Stellen befinden, an denendie Metallspektren helle Linien aufweisen. Die dunklen Linien imSonnenspektrum, die 1817 von Fraunhofer entdeckt wurden, werdennach ihm FRAUNHOFER'sche Linien genannt. Sie sind ungleichmäßigüber das ganze Spektrum verteilt und zeigen, daß die Strahlen, dieder betreffenden Wellenlänge entsprechen, im Sonnenlichte fehlen.Sie erscheinen in jedem Sonnenspektrum an derselben Stelle undwurden schon von Fraunhofer benutzt, um bestimmte Stellen desSpektrums zu kennzeichnen, indem er acht der deutlichsten Linienmit dem Buchstaben A—H bezeichnete (vgl. die Tafel). Es hat sichnun herausgestellt, daß jeder Körper gerade die Lichtstrahlen ab-sorbiert, die er in leuchtendem Zustande selbst aussendet, daß alsoz. B. der in glühendem Zustande gelbes Licht aussendende Natrium-dampf, wenn weißes Licht durch ihn hindurchfällt, nur die gelbenStrahlen absorbiert, während ihn alle andern ungeschwächt durch-dringen. Auf diese Weise entsteht ein Absorptionsspektrum. DasSpektrum des Natriumdampfs selbst zeigt eine intensiv gelbe Linieund zwar findet sie sich genau an derselben Stelle, wie die dunklemit D bezeichnete Linie des Sonnenspektrums. Ebenso fallen dessenandere dunkle Linien mit den hellen Linien der Spektren irdischerElemente zusammen. Kirchhoff und Bunsen, die 1860 diese Ent-deckung machten, schlössen daraus, daß die FRAUNHOFER'schenLinien dadurch zustande kommen, daß die Sonne als ein glühender