Druckschrift 
1 (1910) Anorganischer Teil
Entstehung
Seite
231
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Kohlenstoff.

231

Zusatz von Ton und Ausglühen der zu dünnen Stangen geformtenMasse hergestellt wird. In dichtem Zustande ist der Graphit sehrschwer verbrennlich, so daß er zur Herstellung: von Schmelztiegelnbenutzt werden kann, die aus einem Gemisch von Graphit und Tonbestehen. Seine gute Leitfähigkeit für Elektrizität wird in der Galvano-plastik benutzt, indem nichtleitende Gegenstände, z. B. Gips- oderWachsabdrücke, mit Graphit überzogen werden, worauf sie als Elek-troden dienen können, auf denen sich Metalle niederschlagen. Fernerdient er zum Schwärzen eiserner Öfen und zur Herstellung von Kohlen-stiften für elektrische Bogenlampen. Der Graphit ist die beständigsteForm der drei Modifikationen des Kohlenstoffs.

Der amorphe Kohlenstoff kommt in der Natur als Zersetzungs-Produkt organischer Verbindungen vor. Werden organische Verbin-dungen, die nicht unzersetzt flüchtig sind, unter Fernhaltung der Lufterhitzt, so werden sie zersetzt, indem sich die mit dem Kohlenstoffverbundenen Elemente Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff zu flüch-tigen Verbindungen, wie Wasser und Ammoniak, vereinigen, und ent-weichen, während der Kohlenstoff in amorphem Zustande zurückbleibt.Man nennt diesen Prozeß zum Unterschiede von der eigentlichenDestillation, bei der sich die erhitzte Substanz aus einer FlüssigkeitUnzersetzt in Dampf verwandelt, trockne Destillation. Man kennt denamorphen Kohlenstoff in verschiedenen Arten, die sich durch ihreReinheit, den Grad ihrer Verteilung und andere Eigenschaften unter-scheiden. Die wichtigsten Arten sind Büß, Holzkohle, Knochenkohleund Koks.

Ruß, Fuligo, bildet sich stets bei der Verbrennung kohlenstoff-haltiger Substanzen, wenn der Flamme weniger Sauerstoff zugeführt.w ird, als zur vollständigen Verbrennung erforderlich ist. Überall, woes sich um eine möglichst vollständige Ausnutzung des Brennmaterialszur Wärme- oder Lichterzeugung handelt, muß daher zur Vermeidunguer Bußbildung durch reichliche Luftzufuhr für vollständige Ver-brennung gesorgt werden. Auch die Abkühlung der Flamme führt^ Ur Bußbildung. Das Leuchten der Flammen kohlenstoffhaltiger Ver-ödungen beruht darauf, daß Kohlenstoffteilchen vor ihrer Verbrennungaus geschieden werden und ins Glühen geraten. Werden solche Flammenplötzlich abgekühlt, indem man einen kalten Gegenstand hineinhält,

0 schlägt sich der Kohlenstoff auf ihm in äußerst feiner Verteilunga j s Büß nieder. Der Büß, der sich aus gewöhnlichem Heizmaterial.scheidet, i g t s 'ets durch Asche und teerige Bestandteile verunreinigt,)n reinem Zustande erhält man ihn durch Verbrennen von Terpentinöl,

o'ophonium oder Naphtalin und Ausglühen des erhaltenen Produktsi r Luftabschluß. Er dient zur Bereitung 1 von Buchdruckerschwärze,'er chinesischen Tusche und schwarzer Firnisse.

Besonders reinen amorphen Kohlenstoff erhält man auch durchVerkohlen von Zucker im Porzellantiegel.1 Holzkohle hinterbleibt als Bückstand bei der trocknen Destillation

es Holzes. Das Holz besteht im wesentlichen aus Verbindungen desKohlenstoffs mit Wasserstoff und Sauerstoff. Wird es unter Fern-

a lung der Luft erhitzt, so bilden sich flüchtige Verbindungen, diete^ UP 6n .P e des Kohlenstoffs aber bleibt nebst den Aschenbestand-

1 ] en zurück. Die Verkohlung des Holzes wird in den Kohlenmeilernn genommen, in denen es so aufgeschichtet wird, daß zwischen den