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Antimon.
gelöst bleibt, auf Zusatz eines Elektrolyten, wie Salzsäure, fällt esaus. Da die kolloid gelösten Substanzen das Bestreben besitzen,sieb zusammenzuballen, so flockt nach einiger Zeit das Kolloid vonselbst aus, durch Kochen wird die Ausfällung sehr beschleunigt. Dieaus ihren Lösungen ausgefällten Kolloide besitzen keine Kristallgestalt,sie sind amorph, sie haben zum Teil die Fähigkeit, sich in reinemWasser zu lösen, verloren, manche aber behalten sie bei, namentlichin frisch gefälltem Zustande sind die meisten mehr oder wenigerlöslich, und es ergibt sich daraus die für die Analyse wichtige Regel,zum Auswaschen solcher Niederschläge nicht reines Wasser zu ver-wenden, sondern solches, das einen Elektrolyten gelöst enthält.
Antimon, Sb.
Atomgewicht 120,2.
Das vierte Element der Stickstoffgruppe, das Antimon, nähert sichin seinen Eigenschaften noch mehr den Metallen als das Arsen, demes in der Zusammensetzung und den Eigenschaften seiner Verbin-dungen sehr nahe steht. Es findet sich 1 , allerdings selten, gediegen,hingegen sind seine Verbindungen ziemlich verbreitet. Das wichtigsteund technisch allein in Betracht kommende Antimonerz ist der Grau-spießglanz, der aus kristallisiertem Antimontrisulfid, Sb 2 S 3 , besteht.In Verbindung mit den Sulfiden anderer Metalle, wie Blei, Kupfer,Silber, kommt es in den Fahlerzen vor. Der Grauspießglanz warschon im Altertume bekannt und wurde von den Frauen zum Dunkel-färben der Augenbrauen benutzt. Daher rührt der lateinische Namedes Elements Stibium (von stibo, ich stoße, weil das Erz erst ge-pulvert werden mußte, ehe es zur Spießglanzsalbe Verwendung findenkonnte).
Um aus dem Spießglanz elementares Antimon zu gewinnen, trenntman ihn durch einen Schmelzprozeß, Aussaigern, von der beigemengtenGangart. Das abfließende Antimonsulfid, „Antimonium cruclum", wirdmit Eisen zusammengeschmolzen, das' ihm den Schwefel entzieht:
Sb 2 S 3 + 3Fe = 2Sb-f 3FeSoder es wird durch Rösten in Oxyde übergeführt, die durch Kohlereduziert werden. Es bildet sich bei dem Röstprozeß im wesentlichenAnlimontctroxyd:
Sb 2 S 3 -j- 5 0 2 = Sb 2 0 4 -f 3 S0 2 ,Sb 2 (Xt + 4C = 2Sb + 4CO.
Um das zu medizinischen Präparaten verwandte Antimon völligvon Arsen zu befreien, schmilzt man es mit dem anderthalbfachenseines Gewichts Natronsalpeter und dem halben Gewicht Soda, dabeigeht das Arsen, in das leicht lösliche Natriumarseniat, Na 3 As0 4 , dasAntimon in schwer lösliches Natriumpyroantimoniat über, die durchheißes Wasser leicht getrennt werden können. Das Antimoniat wirddurch Glühen mit arsenfreier (durch Verkohlen von Weinstein er-haltener) Kohle wieder zu elementarem Antimon reduziert.
Das reine Antimon ist silberweiß, glänzend, hart und sehr spröde.Es leitet Wärme und Elektrizität, besitzt also die Eigenschaften einesMetalls. Sein spezifisches Gewicht beträgt 6,5, es schmilzt bei 630°