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Grundriß der organischen Chemie
Entstehung
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Diese Formeln sind die Strukturformeln im Gegen-satz zu den empirischen oder Bruttoformeln CH 4bzw. CHCI3.

Ihren eigentlichen Wert erlangen die Struktur-formeln aber erst dann, wenn es sich um Verbindungenhandelt, bei denen die empirische Formel keinen Auf-schluß mehr über die Art der Bindung der Atome gebenkann, mit andern Worten, wenn die Existenz von Iso-meren möglich ist. Betrachten wir z. B. einen KörperC 2 H 6 0, so sehen wir, daß in ihm die Atome in ver-schiedener Weise miteinander verbunden sein können,je nachdem die beiden C-Atome direkt oder durchVermittlung des Sauerstoffs aneinander gebunden sind:

H H

H

H

H—C—C—0—H

und

H—C—0—0—H

H H H H

Äthylalkohol . Dimethyl'äther

Diese ausführlichen Formeln sind jedoch unüber-sichtlich und umständlich zu handhaben. Man kannsie deshalb abkürzen, indem man diejenigen Gruppen,über deren Struktur kein Zweifel besteht, in zusammen-gezogener Form schreibt. Da z. B. die SchreibungCH 3 - über die Bindung der Wasserstoffatome keinenZweifel zuläßt, schreibt man den ÄthylalkoholCH, • CH2OH oder noch kürzer C.,H 5 OH, den Dimethyl-äther CH 3 • 0 • CH, oder (CH 3 ) ä O.

Solche abgekürzten Strukturformeln nennt manKonstitutionsformeln oder rationelle Formeln.

Diese Formeln haben vor den Bruttoformeln fol-genden Vorzug: Sie bringen nicht nur die Zusammen-setzung eines Körpers zum Ausdruck, sondern sie gebenauch ein Bild für sein chemisches Verhalten. So siehtman z. B., daß die Strukturformel des Äthylalkoholsdie Hydroxylgruppe -OH enthält. Mit dem Vor-handensein dieser Gruppe zeigt nun aber der Stoff