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Grundriss der anorganischen Chemie
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Sauerstoff. Dies Gesetz heißt das Gesetz der multiplenProportionen.

Die Atomtheorie erklärt all dies ohne weiteres. Wennsich eben stets ein Atom, also ein unveränderlich fest-gelegter Massenteil eines Elementes mit einem andernAtom vereinigt, so muß die Gewichtsproportion einekonstante sein. Die multiplen Proportionen erklärensich dadurch, daß z. B. ein Atom Schwefel sowohl zweiAtome Sauerstoff, als auch drei Atome Sauerstoff bindenkann. Es entstehen dabei zwei ganz verschiedene Körper,Schwefeldioxyd undSchwefeltrioxyd,in denen natürlichdie Gewichtsmengen des Sauerstoffs sich wie 2:3 ver-halten. Durch die Atomtheorie wird aus dem vagenBegriff des Verbindungsgewichtes das feststehendeMaß des Atomgewichtes, denn mit der Vorstellungeines Atoms als eines Massen teils ist notwendig dieVorstellung eines Gewichtsteils verbunden. Eshandelt sich jetzt also um die Aufgabe, für diese Ge-wichtsverhältnisse wirklich vergleichbare Werte zuschaffen. Dazu brauchen wir vor allem einen Ein-heitswert und ferner Methoden, um die Gewichte derübrigen Atome, bezogen auf diesen Einheitswert, zu er-mitteln, also Methoden zur Bestimmung der Atomgewichte.

Der Weg nun, der zu dem Ziele führt, die Atom-gewichte einiger Elemente in bezug auf eine Einheitzu finden, ist einzig die Untersuchung gasförmigerStoffe. Zwei Gesetze gelten für alle Gase:

1) Das Boyle-Mariotte-Gay Lussacsche Gesetz: DasVolumen aller Gase ist direkt proportionalder Temperatur und umgekehrt proportionaldem auf ihnen lastenden Druck.

2) Das Avogadrosche Gesetz (s. o.). Bei allenGasen enthalten gl ei che Volumina eine gleicheAnzahl von Molekülen.

Wenn nun alle Gase in gleichen Baumteilen gleichviel Moleküle enthalten, sogeltenalleBeziehungen,die wir zwischen den Volumverhältnissen derGase feststellen, ohne Änderung auch fürjedes einzelne Molekül.