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Zwölftes Kapitel.
den Spalt dar, der beiderseits von zwei wulstigen Lippen (o.ek u. u.ek.(den Atrioventrikularlippen Lindes oder den Endothelkissen Schmidts)begrenzt wird. Die Wülste sind aus einer Wucherung des Endokardshervorgegangen und bestehen aus einer gallertigen Bindesubstanz undeinem Endothelüberzug. Mit ihnen verschmilzt alsbald die Vorhofs-scheidewand, wenn sie bis zum Ohrkanal herabgewachsen ist, längsihres freien, unteren Randes (Kg. 378 s«); dadurch wird der Ohrkanalin eine linke und eine rechte-Atrioventrikularöffnung (Ostium atrio-ventriculare sinistrum und dextrum, Fig. ZSOF.av.d u. F.av.s) zerlegt,und gleichzeitig wird der die Öffnung ursprünglich begrenzende, dorsaleund ventrale Endokardwulst ein jeder in seiner Mitte halbiert (o.ek undu.ek). Die dorsalen Teilstücke verschmelzen alsdann mit den entsprechen-den Stücken der entgegengesetzten Seite und erzeugen so an dem unterenRande der Vorhofsscheidewand (Fig. 378 st) zwei neue Wülste, von denender eine in die linke, der andere in die rechte Atrioventrikularöffnungvorspringt und die Grundlage für je eine mediale Zipfelklappe abgibt.
Nicht viel später als der Vorhof beginnt auch die Kammer ihreScheidewand zu erhalten. Am Ende des ersten Monats hat sich ihreMuskulatur erheblich verdickt. Muskelbalken sind entstanden, die indas Innere der Kammer weit vorspringen und sich untereinander zueinem schwammigen Gewebe verbinden, dessen zahlreiche Spalten mitder eng gewordenen Herzhöhle zusammenhängen und gleichfalls denBlutstrom hindurchpassieren lassen. An einer Stelle ist die Muskulaturbesonders verdickt und bildet eine nach innen vorspringende, halb-mondförmige Falte: die Anlage der Kammerscheidewand (Septumventriculorum, Fig. 377 —380 ks). Die Falte nimmt von der unterenund hinteren Wand der Kammer ihren Ursprung in der Gegend, welchedurch den schon früher erwähnten Sulcus interventricularis (Fig. 376si) äußerlich gekennzeichnet ist. Ihren freien Rand hat sie nach obengerichtet und wächst mit ihm dem Arterienbulbus und der Atrioventri-kularöffnung entgegen. Diese liegt ursprünglich mehr in der linkenHälfte der Kammer (Fig. 379 F.av.c), erst allmählich rückt sie mehrnach rechts herüber und nimmt schließlich eine solche Stellung ein,daß die Kammerscheidewand bei ihrem Emporwachsen sie gerade inder Mitte trifft und der Ansatzstelle der Vorhofsscheidewand gegenübermit ihr verschmilzt (Fig. 378 u. 380). Die Tren nung der Kammer istbeim Menschen schon in der 7. Woche eine vollständige. Alis dem Vor-hof, dessen beide - Abteilungen duTch das ovale Fenster verbunden sind,wird jetzt das Blut durch ein linkes und ein rechtes Ostium atrioventri-culare in eine linke und eine rechte vollständig getrennte Kammer über-geleitet.
Die beiden Atrioventrikularöffnungen sind bei ihrer Entstehungeng; sie werden teils von den oben erwähnten, an der Scheidewandvorspringenden Endokardwülsten umsäumt, teils von entsprechendenWucherungen des Endokards an ihrer lateralen Zirkumferenz. Diemembranösen Vorsprünge lassen sich primitiven Taschenklappen, wiesie auch im Arterienbulbus zur Anlage kommen, vergleichen (Gegen-baur); sie bilden den Ausgangspunkt für die Entwicklung der mäch-tigen Atrioventrikularklappen.
Es bleibt uns jetzt noch die Zweiteilung des Truncus arteriosusund die definitive Umgestaltung des Vorhofs zu untersuchen übrig.Etwa zur Zeit, wo die Scheidewandbildung in der Kammer erfolgt,plattet sich der aus ihr entspringende Truncus arteriosus etwas ab und