Die Organe des äußeren Keimblattes.
315
7 7("
rd
Über die weiteren Veränderungen, welche an den Anlagen derSpinalganglien eintreten, bestehen verschiedene Ansichten: Nach His,Sägemehl und Lenhossek sollen sich die einzelnen Ganglienanlagenvom Nervenrohr vollständig ablösen und zu seiner Seite ohne jeglichenZusammenhang mit ihm eine Zeitlang liegen bleiben. Eine Verbindungsoll erst sekundär wieder durch Entwicklung der hinteren Nervenwurzelnhergestellt werden in der Weise, daß Nervenfibrillen entweder vomRückenmark in das Ganglion oder vom Ganglion in das Rückenmarkhineinwachsen oder in beiden Richtungen entstehen. Andere Forscherlassen die Ganglionanlage, während sie sich verdickt und spindelig wird(Fig. 326 g), mit dem Rückenmark dauernd verbunden sein durch einendünnen Faserstrang,der sich zur hinterenWurzel umbildet.
Die Verschie-denheit in diesenAngaben hängt mitden verschiedenen
Auffassungen zu-sammen, welche überdie Entwicklung derperipheren Nervenüberhaupt bestehen.Zwei Hauptgegen-sätze machen sichin der Literatur gel-tend, wenn man dieverschiedenen An-sichten durchgeht,welche über die Ent-wicklung der peri-pheren Nerven auf-gestellt worden sind.Die Majorität derForscher nimmt an,daß das periphereNervensystem sichaus dem zentralenentwickelt, daß dieNerven aus dem
Gehirn, dem
Rückenmark und
den Ganglien
J? '•
Fig. 326. Querschnitt durch die Rückengegend derBrustregion eines menschlichen Embryo. Nach Hertwig.
.Man sieht das Rückenmark mit dorsalen Wurzelnund Spinalknoten (g), mit ventralen Wurzeln (vw) und derTeilung der Spinalnerven in Ramus dorsalis (rd), Ramusventralis (rv) und Ramus visceralis mit sympathischemGanglion (sy.g). Ferner erkennt man den knorpeligenWirbelkörper (w) mit Chordarest und den noch häutigenWirbelbogen (hw). Unten findet sich im Mesenterium oderMediastinum eingebettet der Ösophagus (oe) und links undrechts die Lungenanlage mit Lungenbläschen (Ib).
hervorwachsenund ununterbrochen bis in die Peripherie dringen, wo sieerst mit ihren spezifischen Endorganen in Verbindung
^'treten. In den hervorsprossenden Nervenfasern erblicktman nur die Ausläufer von Ganglienzellen, die in den Zentral-organen und in den Spinalknoten angesammelt sind. Ihre Ausläufer
j müssen meist zu kolossaler Länge auswachsen, damit sie ihren End-apparat erreichen. An ihnen finden sich zunächst keine Kerne und keineZellen vor. Diese sollen erst in zweiter Linie von dem umgebenden
i Bindegewebe geliefert werden. Aus dem Mesenchym sollen zellige Ele-
I