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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Elftes Kapitel.Die Organe des äußeren Keimblattes.

Das äußere Keimblatt führt seit langer Zeit auch den Namendes Hautsinnesblattes. Hiermit sind gleich seine beiden wichtigstenLeistungen gekennzeichnet. Denn einmal liefert es die Oberhaut mitihren mannigfachen Produkten, als: Haare, Nägel, Schuppen, Hörner,Federn; ferner Drüsen verschiedener Art; die Talg-, Schweiß- undMilchdrüsen. Zweitens ist es zugleich der Mutterboden, aus welchemsich das Nervensystem und die wichtigsten funktionellen Bestandteileder Sinnesorgane: die Seh-, Hör- und Riechzellen, herleiten.

I. A. Die Entwicklung des Zentralnervensystems.

Da das Zentralnervensystem der Wirbeltiere zu den Organen ge-hört, welche sich nach Sonderung des Keimes in die vier primären Keim-blätter am frühzeitigsten anlegen, mußte auf die ersten Stadien seinerEntwicklung schon früher (S. 70 u. 83) eingegangen werden: 1. auf dieSonderung des äußeren Keimblattes in zwei Bezirke: in das dünnereHornblatt und in die dickere, median gelegene Nerven- oder Me-dullarplatte (Fig. T5mp); 2. auf die Umwandlung der letzteren zurMedullarrinne, indem die Ränder der Platte sich zu den Rückenwülstenerheben, und endlich 3. auf die Umbildung der Rinne zum Nervenrohrdurch Verwachsung der Medullarwülste an ihren Rändern (Fig. 7375).

Als eine einheitliche Anlage erhält sich das Nervenrohr nur beimAmphioxus lanceolatus, bei allen übrigen Wirbeltieren dagegen sondertes sich in Rückenmark und Gehirn.

1. Die Entwicklung des Rückenmarks.

Der Teil des Nervenrohrs, der sich zum Rückenmark umbildet,zeigt auf dem Querschnitt eine ovale Form (Fig. 137). Von Anfangan läßt er eine Sonderung in eine linke und eine rechte Hälfte erkennen(Fig. 300). Denn seine beiden Seitenwandungen sind stark verdicktund bestehen aus mehreren Lagen langer, zylindrischer Zellen, währendoben und unten seine "Wand längs eines schmalen Streifens dünn bleibtund als vordere und hintere Kommissur oder als Boden- und Deck-platte (bp und dp) (His) unterschieden werden.

So bleibt in der Zusammensetzung des Nervenrohrs aus zweigrößeren, dicken und zwei schmalen, dünneren Streifen, welche An-ordnung ebenso auf den Bau des fertigen Organs übergeht, die paarigeEntstehung aus zwei, längsverlaufenden Nervenplatten, welche einst-mals den spaltförmigen, längsgestreckten Urmund begrenzten, auf das