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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Achtes Kapitel.

Basalplatte des Chorion frondosum, am Chorion laeve und an den Zottenverschieden aus.

Die tiefere oder LANGHANSSche Schicht verdickt sich im Bereichder Basalplatte des Chorion frondosum zu einzelnen, unregelmäßigenHerden, während es dazwischen zu einer einfachen Zellenlage verdünntist. „An den Zotten wird die Epithelschicht nach dem 1. Monat i mm erunansehnlicher und ist nach dem 4. Monat nur noch an wenigen isoliertenHerden, den von Langhans und Kastschenko sorgfältig beschriebenenZellknoten, vorhanden" (Minot). Am Chorion laeve endlieh bleibt siein ganzer Ausdehnung und in einer Dicke von zwei bis drei Zellenlagenerhalten. Die äußere Schicht oder das Chorionsyncytium steht inseiner Ausbreitung zum Epithel meist in einem Gegensatz. Wo diesesam besten entwickelt ist, wird es rückgebildet, und umgekehrt. Sofehlt im Bereich des Chorion laeve vom 7. Monat an jede Spur von einemSyncytium; an den Zotten dagegen bildet es einen kontinuierlichenÜberzug, in welchem sich hier und da besondere Verdickungen, die so-genannten Proliferationsknoten und -inscln, ausbilden.

An vielen Stellen ist das Ch<mon- unTZbTtensyneytium in denspäteren Monaten der Schwangerschaft einer merkwürdigen Meta-morphose unterworfen; es wandelt sich in eine hyaline, eigentümlichglänzende Substanz um, die von zahlreichen Spalten und Lücken durch-setzt wird und daher von Langhans den Namen ^kanalisiertesFibrin" erhalten hat. Auch die Bezeichnung „Placentarfibrin"wird häufig gebraucht. Seine Menge nimmt mit dein Alter der Placentazu. Nach der Ansicht mancher Autoren ist bei seiner Entstehung auchdas Blutplasma in den intervillösen Räumen durch Ausscheidung vonFibrinfasern beteiligt. Streifen von Fibrin finden sich sowohl an derOberfläche der Zotten als auch an der Basalplatte des Chorion frondosum.Nach ihrer Lage unterscheidet man einen NiTABUCHschen. einen Rohr-schen und einen LANGHANSschen Fibrinstreifen. Eine Vorstellung vonder eigentümlichen Bildung gibt die Fig. 184, welche der Entwicklungs-geschichte von Sedg. Minot entnommen ist,

Der zweite Hauptbestandteil des Mutterkuchens, die Placentauterina, entwickelt sich aus dem Teil der Uterusschleimhaut, der alsDecidua basalis (serotina) unterschieden wurde (S. 169, 175). Sie löstsich bei der Geburt, wie der entsprechende Teil der Decidua parietalis(vera), von der Innenfläche der Gebärmutter an der in Fig. 182 an-gegebenen Trennungslinie ab, indem die dünnen Bindegewebsseptender unter ihr gelegenen, spongiösen Schicht einreißen. Sie bildet als-dann eine dünne Membran von nur 0,5—1 mm Dicke, die BasalplatteWinklers (Fig. 182 BP), und stellt einen vollständigen Überzug überder Placenta foetalis her, welche durch sie unseren Blicken bei der Lösungder Eihäute entzogen wird. Am Rande geht sie unmittelbar in die Dec,parietalis und capsularis über.

Ihre der Gebärmutter zugewandte Fläche wird durch tiefe Furchen(Fig. 181) in einzelne Abteilungen zerlegt. Den Furchen entsprechendnehmen von der entgegengesetzten Fläche der Membran stärkere undschwächere bindegewebige Scheidewände, die Septa placentae(Fig. 172, S. 169) ihren Ursprung und dringen zwischen die Chorion-bäumchen (Fig. 1722) hinein; sie vereinigen immer eine kleine Anzahlderselben zu einem Büschel oder einem Kotyledo. Denken wir unsdie Kotyledonen vollständig herausgelöst, so würde an der Placentauterina eine ihnen entsprechende Anzahl von unregelmäßigen Fächern