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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Die Eihüllen der Säugetiere und des Menschen.

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Weite bis zur Mitte der Schwangerschaft beständig zunimmt und dieschließlich nur noch durch dünne Septen und Balken des Grundgewebesgetrennt sind. Das Bild erklärt sich aus dem Umstände, daß die Drüsensich in ihren mittleren Teilen stark geschlängelt und buchtig erweiterthaben. Das flimmernde Zylinderepithel von der Schleimhautder Gebärmutter schwindet nach und nach an der Oberfläche voll-ständig; auch in den Drüsen erleidet es tiefgreifende Veränderungen.In den ersten Monaten werden noch alle Hohlräume von ihm überzogen,was bei ihrer Vergrößerung eine lebhafte Zellvermehrung voraussetzt.Dabei gehen die ursprünglich langen Zylinderzellen teils in kleine, würfel-förmige, teils in breite, platte Gebilde über. Eine Ausnahme machendie an die Muskelhaut angrenzenden Drü-sen abschnitte; denn ihre Zellen bewahrenmehr oder minder bis zum Ende derSchwangerschaft ihre normale Gestalt unddienen später zur Eegeneration der Epi-theldecke der Uterusschleimhaut. Im 4.und 5. Monat findet man noch alle Hohl-räume bis zu den Drüsenmündungen voneinem schmalen Saume kubischer bisplatter Epithelzellen ausgekleidet.

Im Zwischendrüsengewebe gehengleichfalls im ersten Stadium lebhafteWucherungsprozesse, namentlich in deroberen kompakten Schicht, vor sich. Esbilden sich in dieser 30—40 \j. große,kugelige Gebilde, die von FriedländerDeciduazellen genannt worden sind(Fig. 179). Sie liegen an manchen Stellenso dicht beieinander, daß sie infolgedessenund wegen ihrer Form einem Epithel sehrähnlich aussehen. In der spongiösenSchicht finden sie sich gleichfalls, werdenaber in den Balken und Septen mehr längsgestreckt und spindelig.

Im zweiten Stadium, in welchem die Decidua parietalisv <>m 6. Monat ab erheblich dünner wird und durch denDruck der wachsenden Frucht von 1 cm bis zu 2 mm Durch-messer allmählich abnimmt, gehen in den einzelnen obenangeführten Teilen mancherlei Rückbildungsprozesse vorsich. Die Drüsenmündungen, welche die siebförmige Beschaffen-heit der Innenfläche der Decidua bedingten, werden immer schwerer zu^kennen und verstreichen schließlich vollständig. Die innere kompakteSchicht nimmt eine gleichmäßige, dichte, lamellöse Beschaffenheita n, da durch den Druck die in ihr gelegenen Drüsenhohlräume vollständigzusammengepreßt werden und dann unter Schwund ihres Epithels ver-löten. In der spongiösen Schicht bleiben die Drüsenhohlräumeerhalten, werden aber infolge des Druckes in Spalträume umgewandelt,die zur Wand der Gebärmutter parallel gestellt und durch Scheide-Wände getrennt sind, die im Verhältnis zu früheren Monaten der Schwan-gerschaft sich noch sehr verschmächtigt haben. Die an die kompakteSchicht angrenzenden Drüsenräume haben ihr Epithel verloren oderzeigen Zellentrümmer und eine von feinen Körnchen durchsetzte, schlei-mige Masse; nach der Muskulatur der Gebärmutter zu besitzen sie da-

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Fig. 179. Deciduazellen ausder Decidua parietalis des Men-schen im 2. Monat. Schnitt-präparat nach H. Strahl.

O- Hertwig, Die Elemente der Entwicklungslehre. 5. Aufl.

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