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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
Entstehung
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Achtes Kapitel.

kleinen, dicht nebeneinander stehenden Zöttchen bedeckt, welche schonmehrfach Seitenästchen gebildet haben.

Das Chorion umschließt zu dieser Zeit noch einen relativ ansehn-lichen Hohlraum, das Keimblasencölom (s. S. 142, 155), welches vomEmbryo mit seinem Amnion und Dottersack nur zum Teil ausgefülltwird. Besonders zu beachten aber ist an unserem Präparat ein kurzerdicker Strang, der bei menschlichen Embryonen ihr hinteres Ende mit

dem Chorion verbindet.

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Er wurde von His derBauchstiel, von Bon-net der Amnionnabel-strang genannt.

Eine stärkere Ver-größerung des Embryomit seinem Strang, deram Ansatz am Chorionabgetrennt ist, gibt Fig.174. Das Nervenrohr istgeschlossen; der Leib istdeutlich segmentiert (rs) ;der Kopf läßt die Vis-zeralbögen (vb) erkennen;hinter ihnen liegt in derHalsgegend das Herz alsein S-förmig gewundenerSchlauch; die Darman-lage ist zum allergrößtenTeil noch nicht zumRohr geschlossen, son-dern hängt noch in weiterAusdehnung mit demgroßen Dottersack (ds)zusammen, in dessen Wand sich mehrere Vasa omphalo- mesenteri caausbreiten.

Was endlich den Amnionnabelstrang (Bonnet) oder den Bauch-stiel (His) (bst) betrifft, so nimmt er ein wenig vor dem Schwanzende(seh) von der Bauchseite seinen Ursprung. Er besteht einmal aus einemStrang von Gallertgewebe, welches von der Beckendarmhöhle ausgeht,zweitens aus einem kleinen Epithelkanal, der durch Ausstülpung desDarmdrüsenblattes entstanden ist und der allerdings viel größeren,blasenförmigen Allantois der Säugetiere entspricht, sowie drittens ausden Allantoisgefäßen, die vom Embryo zum Chorion ihren Weg nehmenund sich an ihm mit vielen Ästchen ausbreiten. Endlich setzt sich auchnoch das Amnion auf den Bauchstiel fort; es verlängert sich nach hintenin einen feinen Zipfel (am 1 ) und reicht so unmittelbar bis an die Innen-fläche des Chorion heran.

Der Amnionnabelstrang ist eine für den menschlichen Embryoeigentümliche Bildung. Seine Entstehung wird wohl mit der Anlagedes Amnion, die ausnehmend früh erfolgt und daher beim Menschennoch nicht hat beobachtet werden können, in Zusammenhang zu bringensein. Auch in der Beschaffenheit der Allantois weicht der menschlicheEmbryo von fast allen anderen Säugetieren ab. Während sie bei diesen(Fig. 157«0 eine große, gestielte Blase darstellt, die aus dem Bauchnabel

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Fig. 173. Menschlicher Embryo von 15 bis18 Tagen in seinen Hüllen. Nach Coste. Die äußereHülle, das Chorion, ist geöffnet und auseinander-geschlagen.