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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Die Eihüllen der Säugetiere und des Menschen.

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den syncytialen Protoplasmabalken der Trophoblastschale eindringt. Denndiese sind immer an den Durchschnittspräparaten der verschiedenen Eierbald mehr, bald minder strotzend mit Blutkügelchen erfüllt.Sie sinddaher die Vorstufen des späteren intervillösen Eaumes (des Zwischen-zottenraumes, der somit also ein von fötalen Elementen begrenzter,aber von mütterlichem zirkulierendem Blut erfüllter Gefäßraum zu be-zeichnen ist" (Gross). Mit seinem Auftreten ist die Ernährung desEies aus dem mütterlichen Blut angebahnt. Sie wird bald dadurch weitervervollkommnet, daß sich im embryonalen Körper bei seiner späterenEntwicklung Blutgefäße bilden, daß diese mit dem Bindegewebe derAllantois auch in das Bereich des Chorion gelangen und es in eineblutgefäßführende Hülle umwandeln. Dadurch aber wird der Charakterder Trophoblastschale von Grund aus verändert. Denn von der Binde-gewebsschicht des Chorion dringen jetzt Bindegewebssprossen mitGefäßschlingen in die Trophoblaststränge hinein. Aus den Primär-zotten, wie wir oben das syncytiale Maschenwerk genannt haben, werdenso die Sekundärzotten oder die eigentlichen Chorionzotten, diejetzt ein rasches Wachstum eingehen, zahlreiche sich immer weiterverzweigende Seitenäste treiben undmit ihnen in die weiter ausgedehntenintervillösen Räume eindringen.

Fehlgeburten, die auf diesemetwas älteren Stadium ausgestoßenwerden, zeichnen sich durch einChorion aus, das auf seiner ganzenOberfläche von einen dichten Waldvielverzweigter Zöttchen bedeckt ist,wie uns Fig. 169 lehrt, eine mensch-liche Frucht blase, die im zweitenMonat der Schwangerschaft durchAbort ausgestoßen wurde.

Während unsere Kenntnisseüber die Implantation des mensch-lichen Eies, über die Beschaffenheitdes Embryos und seiner Hüllen nuran wenigen, genauer untersuchtenFällen gewonnen worden sind, liegtüber die Entwicklungsvorgänge amEnde des ersten und Anfang deszweiten Monats schon ein viel rei-cheres Beobachtungsmaterial vor.Unser Wissen besitzt daher über diese Periode einen höheren Grad vonSicherheit, zumal auch die Untersuchung mit der besseren Ausbil-dung des Embryo und seiner Hüllen eine entsprechend leichtere wird.

Eine lehrreiche Abbildung des französischen Embryologen Coste(Fig. 170) gibt uns eine gute Vorstellung von dem Aussehen der amAnfang des zweiten Monats stark vergrößerten Eikammer oder Frucht-kapsel. Sie zeigt den von vorn her weit geöffneten Uterus einer Mehr-gebärenden, welche etwa am 40. Tage ihrer Schwangerschaft Selbst-mord begangen hatte. An seiner hinteren Wand und in der Gegenddes Fundus springt ein starker Höcker hervor, die Fruchtkapsel, aufderen einer Seite die Einmündungsstelle des linken Eileiters in dieGebärmutterhöhle zu sehen ist. Die Schleimhaut der Gebärmutter

Fig. 169. Fruchtblase vom Men-schen im 2. Monat. Chorion von außen.

Nat. Größe. Nach Stbahl.