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Achtes Kapitel.
Berührungsflächen voneinander ab, ohne daß in der Schleimhaut derGebärmutter Substanzverluste entstehen.
In der dritten Gruppe hat sich zum Zweck der intra-uterinenErnährung ein besonderes Organ, die Placenta oder der Mutterkuchen,aus einem oder mehreren Abschnitten des Chorion entwickelt. Währendauf einem Teil der Chorionoberfläche die Zotten verkümmern und nurspärliche Blutgefäße vorhanden sind, wuchern an anderen Teilen dieZotten mit ihren Blutgefäßen um so mächtiger und bedecken sich mitzahlreichen verzweigten Seitenästen; gleichzeitig gehen sie innigereBeziehungen mit der Schleimhaut der Gebärmutter ein. Diese ist überall,wo sie an Zottenbüschel anstößt, stark verdickt, sehr blutgefäßreichund in lebhafter Wucherung begriffen. Sie schließt zahlreiche, ver-zweigte, größere und kleinere Hohlräume ein, in welche die Chorion-zotten genau hineinpassen.
Das Ganze nennt man eine Placenta, und man unterscheidetan ihr den mit Zotten bedeckten Teil des Chorion als die
Placenta foetalisund den Teil derUterus Schleimhaut,welcher mit ihr ver-bunden und ihr an-gepaßt ist, als Pla-centa uterina. Beidezusammen bilden einOrgan zur Ernährungdes Embryo. Im ein-zelnen zeigt die Pla-centabildung nicht un-erhebliche Modifika-tionen.
Einen besonderenTypus stellen die Wie-derkäuer (Fig. 161)dar, deren Eiblase wiebeim Schwein in zweiZipfel ausgezogen ist.An ihrem Chorion habensich sehr viele kleine,fötale Placenten, dieman hier Kotyledonen nennt, entwickelt. Ihre Zahl ist bei den ein-zelnen Arten eine sehr schwankende, 60—100 bei dem Schaf und derKuh, nur 5—6 bei dem Reh. Sie sind mit entsprechenden Verdickungender Gebärmutterschleimhaut (Fig. 162), den Placentae uterinae oderKarunkeln C 1 ), verbunden, doch nur in lockerer Weise, so daß schonein leichter Zug genügt, um eine Trennung herbeizuführen und dieChorionzotten (C 2 ) aus den zu ihrer Aufnahme dienenden Gruben, wiedie Finger aus dem Handschuh, herauszuziehen. Einen solchen Befundzeigt uns Fig. 162, ein aus der Gebärmutterwand (w) herausgeschnittenesStück mit einer Karunkel (C 1 ) und dem ihr anhaftenden fötalen Teildes Kotyledo (C 2 ) und einem Stück Chorion {Ch). Kindliche und mütter-liche Teile sind durch den Zug teilweise voneinander getrennt. An derPlacenta uterina (C 1 ) gewahrt man zahlreiche kleine Grübchen, an derPlacenta foetalis (C 2 ) die dicht zusammengedrängten, baumartig ver-
Fig. 162. Einzelner, aus der Uteruswand heraus-geschnittener Kotyledo einer Kuh, die fötalen (C 2 ) undmütterlichen Teile (C 1 ) halb voneinander abgelöst.
Nach Colin, aus Balfoüe.
u Gebärmutter, C 1 mütterlicher Teil des Kotyledooder Karunkel (Placenta uterina), Ch Chorion des Em-bryo, C 2 fötaler Teil des Kotyledo (Chorion frondosumoder Placenta foetalis).