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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Fünftes Kapitel.

Keimblattes entsteht (HENSENscher Knoten, Primitivrinne, Caudal-knoten), 2. aus dem Kopffortsatz, der durch Umwandlung aus demvorderen Ende des Primitivstreifens hervorgeht. (Peristomales undparachordales Mesoderm.)

8. Primitivstreifen und Kopffortsatz sind homolog der Primitiv-platte und dem Mesodermsäckchen der Keptilien, wie denn hier undda im Kopffortsatz noch ein Hohlraum als Chordakanal vorgefunden wird.

9. Das Mesodermsäckchen der Reptilien und der Primitivstreifender Vögel verwachsen mit ihrer unteren Fläche längs eines Streifensmit dem Darmdrüsenblatt, worauf sich an der Nahtstelle Durch-brechungen bilden (Eröffnung des Mesodermsäckchens und des Chorda-kanals).

10. Primitivplatte der Reptilien und Primitivstreifen der Vögelund Säugetiere mit ihrer Primitivgrube und Primitivrinne entsprechendem Urmund der amnionlosen Wirbeltiere und sind als geschlossenerUrmund zu deuten. Die in ihrem Bereich später eintretenden Durch-brechungen sind daher als Wiedereröffnung der geschlossenen Urmund-spalte zu deuten (besonders auch der Canalis neurentericus).

11. Während bei ihrer ersten Anlage mittleres Keimblatt, Chorda-anlage, Darmdrüsenblatt bei allen Wirbeltieren sowohl peristomal alsparachordal kontinuierlich zusammenhängen, trennen sie sich spätervoneinander durch Abschnürung.

Erstens, die Leibessäcke lösen sich von der Chordaanlageund dem Darmdrüsenblatt ab, wobei die frei werdenden Ränderdes parietalen und des viszeralen Mittelblattes verwachsen.

Zweitens, die Chordaanlage krümmt sich zur Chordarinneein, und diese geht in einen soliden Stab über, der sich vom Darm-drüsenblatt vollständig isoliert.

Drittens, das Darmdrüsenblatt schließt sich mit einer dor-salen Naht zu einem Rohr.

12. Die Entwicklung der drei Anlagen, wie überhaupt verschiedeneranderer Organe, beginnt am Kopfende der Embryonalanlage und schreitetvon hier nach dem Urmund zu fort, an welchem noch längere Zeit einefortgesetzte Neubildung der Teile und eine Zunahme im Längenwachs-tum des Körpers stattfindet.

13. Der Urmund nimmt anfangs die ganze Rückenfläche derEmbryonalanlage ein; er beginnt sich aber sehr früh schon von vornnach hinten in einer Längsnaht zu schließen, während er sich gleich-zeitig noch nach hinten durch Zuwachs vergrößert. Der Abstand desoffen bleibenden Urmundrestes vom Kopfende wird daher allmählich,je älter der Embryo wird, um so größer.

14. Der Urmund (Primitivrinne) bildet sich auf späteren Stadiender Entwicklung durch Verschluß seiner Ränder ganz zurück und gehtmit Ausnahme des Afters in kein Organ des Erwachsenen über. (Ge-naueres hierüber s. im IL Teil des Lehrbuchs.)

15. Vor dem Schwund wird der vordere Abschnitt des Urmundes(Primitivrinne) von den Medullarwülsten umwachsen und in den End-abschnitt des Nervenrohrs mit aufgenommen, wodurch eine direkte Ver-bindung zwischen Nerven- und Darmrohr hergestellt wird, der Canalisneurentericus. Durch Verschluß desselben erfolgt später die Trennungder beiden längere Zeit untereinander kommunizierenden Organe.