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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Die Lehre von den Keimblättern.

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Nicht minder wichtig für die tierische Formenbildung sind die vonder freien Fläche aus erfolgenden Ausstülpun gsprozesse, die ebenfallsvon sehr mannigfacher Art werden - können (Fig. 46). Bei Wucherungeines kleinen, kreisförmigen Bezirks einer Zellmembran entstehenzapfenförmige Erhebungen, verschieden gestaltete Papillen oder Zotten;und wie Röhren zu einem verzweigten Röhrensystem werden, so könnenauch wieder die Zotten, indem lokale Wucherungen an ihnen das Hervor-sprossen von Seitenästen zweiter, dritter und vierter Ordnung veran-lassen, sich in die kompliziertesten Zottenbüschel umwandeln. Wenn^dieAusstülpung längs einer Linie erfolgt, bilden sich mit dem freien Randenach außen gerichtete Kämme oder Faltenblätter.

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Fig. 45. ,r- Fig. 46.

Fig. 45. Schema der Drüsenbildung.

i Einfache tubulöse Drüse; 2 verzweigte tubulöse Drüse; 3 verzweigte tubulöseDrüse mit netzförmigen Verbindungen^?" u. 5 einfache alveoläre Drüse, a Ausführ-gang, db Drüsenbläschen; 6 verzweigte alveoläre Drüse.

Fig. 46. Schema der Papillen- und Zottenbildung.

a Einfache Papille, b verästelte Papille oder Zottenbüschel, c einfache Papille,deren Bindegewebsgrundstock in drei Spitzen ausläuft.

Fast alle embryonalen Vorgänge, mit denen wir uns auf denfolgenden Blättern bekannt zu machen haben, beruhen auf solchen,in der verschiedensten Weise erfolgenden Aus- und Einstülpungen.Dadurch erhält das embryonale Zellenmaterial auf kleinem Raum einesehr beträchtliche Oberflächenentwicklung und eine Sonderung in zahl-reiche Bezirke. Aus einfachen Keimblasen gehen so schließlich diekompliziertesten Formgebilde hervor, die zahllosen verschiedenen Artender wirbellosen Tiere und Wirbeltiere. ' Vom Standpunkt des Embryo-logen aus lassen sich dieselben definieren als Körper, aufgebaut aus.Epithellamellen, die durch häufig wiederholte, nach einem bestimmtenPlan und in bestimmter Folge ausgeführte Ein- und Ausstülpungenund Faltenbildungen der verschiedensten Art eine verwickelte äußereFläche und ein noch komplizierteres inneres Höhlensystem gewonnenhaben.

Zu dem eben kurz erläuterten Hauptmittel tierischer Formbildunggesellen sich noch einige andere Hilfsmittel von mehr untergeordneterBedeutung: 1. Verschmelzung und Trennung von Epithellamellen und2. Bildung eines Zwischengewebes oder Mesenchyms zwischen denepithelialen Grenzblättern.