Der Furchungsprozeß bis zur Bildung der Keimblase.
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Wenn man nun die Enden dieser Achse als Pole des Eies betrachtet,so kann man die beiden ersten Teilungsebenen als meridionale, diedritte als eine äquatoriale bezeichnen. Es empfiehlt sich ferner, nach demVorschlag von Grönroos und Sobotta auch noch andere Bezeichnungender mathematischen Geographie zu entnehmen und Furchen, welchedem Äquator parallel verlaufen und daher den Breitengraden der Erd-kugel in ihrer Kichtung entsprechen, Latitudinalfurchen zu nennen.Teilebenen endlich, welche der Oberfläche des Eies parallel gerichtetsind und demnach ein oberflächlich gelegenes von einem mehr zentralbefindlichen Teilstück trennen, können tangentiale heißen.
Die streng gesetzmäßige und regelmäßige Stellung, welche diedrei ersten Teilebenen zueinander einhalten, wird durch ein Wechsel-verhältnis bedingt, in welchem Kern und Protoplasma zueinander stehen.Hierbei sind folgende zwei Kegeln zu beachten: 1. Die Teilungsebenejlhalbiert stets rechtwinkelig die Achse der Spindel. 2. Die|Achse der Kernspindel steht wieder in einem Abhängig-)-keitsverhältnis zur Form und Differenzierung des sie umjhüllenden protoplasmatischen Körpers, und zwar so, daßfdie beiden Pole des Kerns sich in der Kichtung der größterifProtoplasmamassen einstellen. So kann z. B. in einer Kugel, inwelcher das Protoplasma gleichmäßig verteilt ist, die zentral gelegeneSpindel in der Richtung eines jeden Radius zu liegen kommen, in einemeiförmigen Protoplasmakörper dagegen nur in dem längsten Durchmesser.In einer kreisrunden Protoplasmascheibe liegt die Kernachse parallelzur Oberfläche in einem beliebigen Durchmesser des Kreises, in einerovalen Scheibe dagegen wieder nur im längsten Durchmesser.
Um nun nach diesen allgemeinen Bemerkungen auf unseren zuerklärenden Fall zurückzukommen, so bildet jede Tochterzelle, wenndie erste Teilung abgelaufen ist, eine Halbkugel. Nach unserer Regelkann die Tochterspindel sich nicht vertikal zur Grundfläche der Halb-kugel stellen, sondern muß parallel zu ihr gerichtet sein, so daß ein Zer-fall in zwei Quadranten erfolgen muß. Hierauf muß die Spindelachsewieder mit der Längsachse des Quadranten zusammenfallen, wodurchdieser in zwei Oktanten zerlegt wird.
Von dem eben geschilderten Teilungsvorgang gibt es einige wich-tige Abweichungen, die zwar die feineren, auf den Kern sich beziehendenVorgänge unberührt lassen, aber die Form der Teilstücke betreffen, inwelche das Ei zerlegt wird. Die Abweichungen werden hervorgerufen,wie jetzt im einzelnen noch genauer durchgeführt werden soll, durchden verschiedenen Gehalt der Eier an Reservestoffen und durch ihrefrüher beschriebene, verschiedenartige Verteilung. Man kann die hier-durch bedingten Formen des Furchungsprozesses, obwohl sie durchÜbergänge verbunden sind, zweckmäßigerweise in zwei Abteilungen,und jede Abteilung in zwei Unterabteilungen sondern.
Zu der ersten Abteilung rechnet man solche Eier, welche durchden Teilungsprozeß vollständig zerlegt werden. Man bezeichnetdaher die Teilung als eine totale und unterscheidet, je nachdem dieStücke von gleicher oder von ungleicher_ Größe werden, als Unterarteneine äquale oder gleichmäßige und eine inäquale oder ungleich-mäßige Teilung.
Der totalen stellt man die partielle Teilung gegenüber. Siefindet sich bei Eiern, welche mit sehr reichlichem Dottermaterial ver-sehen und daher von beträchtlicher Größe sind, und bei welchen gleich-
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