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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Drittes Kapitel.Der Furchungsprozeß bis zur Bildung der Keimblase.

Sofort nach der Befruchtung beginnt gewöhnlich die Eizelle, wennde sich sonst unter geeigneten Bedingungen befindet, in die Entwick-lung einzutreten (Fig. 27); sie vermehrt sich durch Teilung in 2, 4, 8,16, 32, 64 Tochterzellen und so fort in geometrischer Progression, bisein kugeliger Haufen vieler, immer kleiner werdender Teilstücke ent-standen ist. Die auf die Befruchtung folgende Vermehrung des Eiesin Embryonalzellen nennt man gewöhnlich anstatt Teilungsprozeß,was die richtigere Bezeichnung wäre, den Furchungsprozeß. Der Namerührt von den ersten Entdeckern des Vorganges, Prevost und Dumas

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Fig. 27. Verschiedene Stadien des Furchungsprozesses. Nach Gegenbaur,

her. Die beiden französischen Forscher glaubten nämlich, als sie dieEntwicklung des Froscheies bei Lupenvergrößerung untersuchten,daß infolge der Einwirkung der Samenflüssigkeit die Oberfläche desEies durch immer zahlreicher werdende Furchen in größere und kleinereBezirke zerlegt werde. Daß die Furchen sich in die Tiefe fortsetzenund die Eisubstanz in Stücke trennen, daß diese Stücke Zellen sind, unddaß daher die ganze Anfangsperiode der Entwicklung in einer Vermehrungder einfachen Eizelle in immer zahlreicher werdende Tochterzellen be-steht, wurde erst sehr allmählich durch bessere Beobachtungen undunter dem Einfluß der sich später Bahn brechenden Zellentheorie er-kannt. Doch der von Dumas und Prevost gebrauchte Name ist trotz-dem geblieben, wie es in der biologischen Wissenschaft noch in vielenähnlichen Fällen, z. B. auch mit dem NamenZelle", geschehen ist.An dem Furchungs- oder Teilungsprozeß des Eies kann man zweiGruppen von Veränderungen unterscheiden, solche, die sich an dem Kern,und solche, die sich an dem Protoplasmakörper abspielen. Was die erstebetrifft, so sei nur kurz erwähnt, daß vor der Teilung der bläschenförmigeKern, wie es bei jeder Zellvermehrung geschieht, in Karyokinese ein-

O. Hertwi.g, Die Elemente der Entwicklungslehre. 5. Aufl. 3